Sport-Club Frauen
Nach Trainer-Diskussion trat Peterka zurück

Chris Peterka bleibt im Herzen Sport-Club-Fan.
  • Chris Peterka bleibt im Herzen Sport-Club-Fan.
  • Foto: Foto: mjp
  • hochgeladen von Michael Payer

Sport-Club-Frauen-Gründer Chris Peterka hat alle seine Ämter beim Verein zurückgelegt.

HERNALS. Chris Peterka ist seit 1968 Stammgast am Sport-Club-Platz in Dornbach. "Das ist mein Verein", hält der Schöpfer der Sportclub-Hymne "Liabschaft aus Heanois" im Gespräch mit der bz fest.

Am 7. März hat Peterka dennoch alle seine Funktionen beim Verein von sich aus zurückgelegt. Damit geht ein lange Ära zu Ende.

Peterka hat im Herbst 2010 mit dem Projekt "Sport-Club-Frauen" begonnen. Im Juli 2011 ging das erste Spiel der schwarz-weißen Damen mit einem 8:1-Sieg gegen Neusiedl erfolgreich über die Bühne. Bis heute wurden unter der Regie von Peterka acht Titel eingefahren. Bis zum Sommer könnten noch drei weitere dazukommen, darunter der Aufstieg des A-Teams in die 2. Bundesliga. "Diese Früchte meiner Arbeit hätte ich gerne noch geerntet", sagt der ehemalige Sportliche Leiter. Dazu wird es jetzt nicht mehr kommen.

Peterka vs. Kasuba

Auffassungsunterschiede zwischen Peterka und Damen-Trainer Patrick Kasuba waren für den langjährigen Funktionär unüberbrückbar. "Ich wollte Personaländerungen durchführen. Darüber hatte ich in den vergangenen Jahren immer die Entscheidungsgewalt. Jetzt hat der Verein das nicht mehr zugelassen. So macht das für mich keinen Sinn mehr", so Peterka.

Dass Peterka und Kasuba zuletzt nicht immer auf einer Wellenlänge waren, ist ein offenes Geheimnis. "Es war lange Zeit eine gute Zusammenarbeit, zuletzt war aber schon so etwas wie eine Amtsmüdigkeit zu bemerken", sagt Trainer Kasuba. Peterka wiederum sah durch die drei Trainertätigkeiten von Kasuba (Austria, Hof/Leithagebirge, Sport-Club-Frauen) die Ziele der Schwarz-Weißen gefährdet. "Ich bin Profi und mache das seit elf Jahren", verteidigt sich Kasuba.

Überraschender Rücktritt

Für den Verein kam der Rücktritt von Peterka überraschend. "Wir sind schon einige Male beisammengesessen, aber die personellen Vorstellungen von Chris sind mitten in der Saison schwer umsetzbar. Die Damen sind Tabellenführer. Jetzt vieles zu ändern, das von ihm selbst aufgestellt wurde, geht zu weit. Da sehen wir keinen überstürzten Handlungsbedarf", sagt David Krapf-Günther, Sektionsleiter Fußball.

Peterka nimmt sich auch nicht heraus, alles perfekt gemacht zu haben: "Natürlich habe ich in den vielen Jahren auch Fehler gemacht." Sektionsleiter Krapf-Günther analysiert den Rücktritt so: "Chris kann sich mit dem Projekt in seiner jetzigen Form nicht mehr identifizieren. Aber die Basis für das jetzt Geschaffene ist klar ihm anzurechnen. Wir wollen seine Taten und Erfolge auch würdigen. Die Tür beim Sport-Club bleibt für ihn offen."

Verantwortung aufgeteilt

Weitergehen muss es so oder so: Rund 50 Frauen sind derzeit in den beiden Damen-Teams aktiv. Die Hernalserinnen trainieren und spielen in der Erdbrustgasse in Ottakring. Die Verantwortung ist jetzt auf mehrere Schultern aufgeteilt. Auch einige Spielerinnen sollen Aufgaben übernehmen. "Wir werden bis zum Sommer sehen, wer wo helfen kann", erklärt Krapf-Günther.
Fix ist: Erstmals seit 2011 laufen die Planungen ohne Damenmannschaftsgründer Peterka.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen