Japanischer Staudenknöterich – Invasion der früheren Zierpflanzen

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HERZOGENBURG. Viel ungeplantes Grün treibt jährlich am Wegesrand und im Garten. Oft handelt es sich um Pflanzen, die gemeinhin als Unkraut gelten: Brennnessel, Löwenzahn und Co. Sie nerven den Hobbygärtner, sind jedoch harmlos. So manche andere Pflanze gefährdet die heimische Natur und sorgt für wirtschaftliche Schäden. Und das, obwohl sie einst als Zierpflanzen bewusst eingeführt und in die Gärten gesetzt wurde. Ein besonderer Problemfall ist der Japanischen Staudenknöterich, eine mehrjährige Pflanze mit drei bis vier Metern Höhe, die dichte Bestände und dicke Wurzeln in bis zu zwei Metern Tiefe ausbildet.

Gefahr auch für Bauwerke

"Das Hauptproblem, das von dieser Pflanze ausgeht, ist die Verdrängung der einheimischen Flora.", beschreibt Anja Buchinger vom Verein "Natur im Garten" mit Sitz in Tulln, "Die Pflanzen überdecken riesige Flächen und unterdrücken die angestammte Vegetation. Durch das enorme Dickenwachstum können zusätzlich massive Schäden an Gebäuden auftreten." Der Herzogenburger Gartenexperte Anton Rath erklärt, warum der Knöterich bei uns leichtes Spiel mit der Ausbreitung hat: "Je genetisch vielfältiger ein Ökosystem ist, umso stabiler ist es. Die heimische genetische Vielfalt wurde von uns Menschen stark eingeschränkt - es wächst fast nichts mehr außer Nutzpflanzen. Durch diese genetische Armut können sich die heimischen Pflanzen nicht mehr gegen Krankheiten wehren. Der Knöterich ist zwar nicht schuld an der genetischen Armut, verstärkt sie allerdings."

Kampf gegen den Knöterich

Die Pflanzen sind äußerst schwierig zu bekämpfen. Realistischerweise muss man von einer Eindämmung  oder Vermeidung einer weiteren Ausbreitung sprechen. "Aus diesem Grund soll in erster Linie von einer Kultivierung in Gärten und öffentlichem Grünraum unbedingt Abstand genommen werden.", so Buchinger. Am nachhaltigsten, wenn auch am aufwändigsten, ist das Ausgraben der Rhizome. Sie müssen austrocknen, um einen Wiederaustrieb zu verhindern oder können zertifizierten Kompostieranlagen zugeführt werden. "Mit Rhizomen durchsetztes Erdmaterial sollte keinesfalls mit unbelastetem Material vermischt oder in der freien Natur abgelagert werden.", betont die "Natur im Garten"-Expertin. Einfacher zu handhaben, wenn auch nicht so effizient, ist die Vitalitätsschwächung und Verminderung der Ausbreitung durch mehrmalige Mahd (mindestens sechs Mal im Jahr), die über mehrere Jahre durchgeführt werden muss. Die Mahd sollte spätestens ab einer Höhe von vierzig Zentimetern durchgeführt werden. Das Mähgut sollte nicht liegen gelassen werden, weil bei feuchter Witterung die Gefahr des Anwurzelns und Neuaustriebes besteht. Als Alternative zur Mahd können betroffene Flächen von Ziegen und Schafen beweidet werden. Behandelte Flächen sollten wenn möglich mit Baum- oder Strauchpflanzungen beschattet werden.

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