Interview mit Lebensberaterin/Volkshochschulleiterin
"Der Klient hat die Lösung in sich" (mit Video)

Maria-Bernadetta Berndt aus Herzogenburg im Gespräch mit Redakteurin Bianca Werilly über ihre beruflichen Veränderungen.
  • Maria-Bernadetta Berndt aus Herzogenburg im Gespräch mit Redakteurin Bianca Werilly über ihre beruflichen Veränderungen.
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Maria-Bernadetta Berndt: Neue Volkshochschulleiterin und Lebensberaterin

HERZOGENBURG. "Ich war sofort Feuer und Flamme. Danach habe ich innerlich gesucht", so die glücklichen Worte von Maria-Bernadetta Berndt, die sich nach zwölf Jahren von der Gastronomie abwandte, um einen neuen beruflichen Weg einzuschlagen. Nach ihrer Ausbildung zur Lebens- und Sozialberaterin und dem jüngst gewagten Schritt in die Selbstständigkeit, hält das Leben sogar noch ein weiteres Zuckerl für sie bereit: Berndt übernimmt die Leitung der Volkshochschule in Herzogenburg. Die Bezirksblätter baten die 34-Jährige zum Interview.

BEZIRKSBLÄTTER: Welche Ziele haben Sie sich als neue Leiterin der Volkshochschule gesetzt?
Maria-Bernadetta Berndt:Das bestehende Angebot zu forcieren und für Neues Platz zu schaffen.

Was zählt zu Ihren Aufgaben?
Die Planung und Umsetzung der Semesterkursprogramme, Betreuung der Kursleiter und Kursteilnehmer sowie Organisation.

Wie schaffen Sie es, Ihre Tätigkeit als Leiterin und als Lebens- und Sozialberaterin unter einen Hut zu bekommen?
Indem ich mir die Zeit für die Dinge, die zu erledigen sind bewusst nehme und ich daran glaube, dass alles immer im richtigen Moment geschieht.

Sie arbeiten in der Beratung nach dem provokativen Ansatz. Was versteht man darunter?
Der provokative Ansatz ist so, dass man das Problem des Klienten übertreibt, überspitzt und in das Absurde verzerrt, sodass der Klient irgendwann den Knackpunkt hat, wo er merkt: "Ok, dieses selbstschädigende Verhalten bringt mich nicht weiter". Die Haltung dahinter ist 100-prozentig liebevoll und wertschätzend. Das heißt, in dem Moment, wo ich provokativ arbeite, glaube ich das nicht, was ich sage. Ich habe immer die Überzeugung, dass der Klient die Lösung in sich hat und sehr wohl weiß, wie er dieses Problem lösen kann. Der Unterschied zum lösungsorientierten Coaching ist, dass ich keine Fragen stelle sondern Behauptungen aufstelle. Das ist ein sehr prägnanter Unterschied.

Wann sollte Hilfe in Anspruch genommen werden?
Das ist individuell. Das kommt darauf an, wie viel Leidensdruck ein Mensch aushält. In dem Moment wo der Leidensdruck zu hoch wird, sind die Menschen eher gewillt, dass sie sich Hilfe holen.

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