Prozess
Italiener kroch ins Bett seiner Quartiergeberin

Der Angeklagte ist mehrfach einschlägig Vorbestraft.
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UNTERES TRAISENTAL (ip). Weil er ihr leid tat, gewährte eine 70-jährige Pensionistin aus dem Unteren Traisental einem gebürtigen Italiener im Jänner 2020 Unterschlupf. Nun stand die Dame, psychisch völlig fertig, als Opfer und Zeugin vor Gericht. Der 54-jährige Angeklagte wies jedoch alle Vorwürfe, die Staatsanwalt Leopold Bien aufgrund ihrer Aussage noch ergänzte, von sich.

"Wenn er noch einmal zuhaut, das überleb ich nicht"

Laut Aussage der Pensionistin, fand sie den Mann Anfang Juli dieses Jahres in ihrem Bett schlafend vor. Sie habe den Betrunkenen verbal aus dem Zimmer geworfen und ihn auf die Couch im Wohnzimmer verwiesen. Dem entgegen habe der 54-Jährige erklärt, dass er das Recht habe, in ihrem Bett zu schlafen. Im Zuge der Auseinandersetzung habe sie erwähnt, dass sie alles über ihn von seinem Bruder wisse. Dafür habe sie eine kräftige Ohrfeige kassiert. Ihre Brille einerseits, vor allem aber sie selbst sei gegen Bank und Tisch geflogen. „Wenn der noch einmal zuhaut, das überleb ich nicht“, habe sie gedacht und sich bemüht, ruhig zu bleiben. Er könne ihren Kühlschrank zertrümmern, er könne Karate, drohte er und als ihr Kater dazukam, habe er dem Tier einen Tritt in die Seite versetzt, sodass es etwa einen Meter durch das Zimmer geflogen und quietschend die Flucht ergriffen habe. Sie wartete danach, bis sich der Mann hinlegte und einschlief und weil er den Stecker ihres Telefons gezogen habe, wandte sie sich gegen 1 Uhr 30 per Mail an die Polizei, die ihn schließlich abholte und ein Betretungsverbot aussprach.

Staatsanwalt Leopold Bien

Angeklagter will in Berufung gehen

„Es dürfte ums Geld gehen“, gab der Italiener als Motiv für die angeblich falschen Behauptungen der Frau an. „Ich stelle jetzt meine Gegenstrafanträge“, meinte er, wobei er zunächst seine Haftbedingungen kritisierte. „Dort habe ich keine Ruhe“, lautete eine seiner Beschwerden, ein
Umstand, an den sich der mehrfach einschlägig Vorbestrafte noch gewöhnen muss, nachdem er nach Deutschland überstellt werden soll, da er dort eine Haftstrafe nicht angetreten hat. „Die Androhung von Gewalt ist ihm nicht fremd“, so Bien in seinem Schlussplädoyer, in dem er, wie auch Richterin Doris Wais-Pfeffer, die Glaubwürdigkeit des Opfers betonte, von dem der Richterin auch Fotos der Verletzungen vorlagen. Sie verurteilte den Beschuldigten wegen Körperverletzung, gefährlicher Drohung und Tierquälerei zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Monaten und einer vorläufigen Schmerzensgeldzahlung von 300 Euro. Das nicht rechtskräftige Urteil kommentierte der Italiener umgehend mit den Worten: „Ich werde in Berufung gehen!“

Richterin Doris Wais-Pfeffer
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