Mein Fluss
LIFE+ Traisen: Aus schnurgeradem Fluss wurde vielfältiges Au-Paradies

Ein naturnaher Flussverlauf mit vielfältigen Uferbereichen wurde komplett neu geschaffen. Die Umwelt erholt sich seitdem stetig.
  • Ein naturnaher Flussverlauf mit vielfältigen Uferbereichen wurde komplett neu geschaffen. Die Umwelt erholt sich seitdem stetig.
  • Foto: Haslinger
  • hochgeladen von Sarah Loiskandl

Österreichs größtes Renaturierungsprojekt verwandelte Traisen-Unterlauf in vielfältige Aulandschaft.

UNTERES TRAISENTAL. Die Traisen ist einer der größten Flüsse Niederösterreichs. Beim Bau des Donaukraftwerks Altenwörth wurde sie um zusätzliche 7,5 Kilometer verlängert. Das entstandene Flussbett verlief allerdings geradlinig durch das Augebiet zwischen Traismauer und Zwentendorf, wodurch wenig Lebensraum für Tiere und Pflanzen geboten war. Seit 2005 befassten sich Wissenschafter und Techniker daher mit der Idee, einen neuen Traisenfluss zu schaffen. Er sollte eng mit der Au in Verbindung stehen und vielfältige Lebensräume bieten. Durch ihn sollte auch die Fischpassierbarkeit wiederhergestellt werden. Im Zuge eines strengen Auswahlverfahrens aus 270 europäischen Umweltprojekten ist dem “Traisenprojekt” Ende 2008 eine EU-Förderung aus “LIFE+” bewilligt worden. "Im Auswahlprozess wurde anerkannt, dass nicht nur die Traisen, sondern auch die Donau von diesem Projekt profitieren würde.", erklärt Florian Seidl von der Firma Verbund, die die Projektleitung und damit die Hälfte der Gesamtbaukosten (30 Millionen Euro) übernommen hat. Die EU förderte den Bau mit 5,3 Millionen Euro.

Fünfzehn Jahre Vorbereitung

Die bauliche Fertigstellung des neuen Flusses erfolgte Ende 2016 nach drei Jahren Bauzeit. Die Vorbereitungszeit dauerte wesentlich länger - circa fünfzehn Jahre. Das Vorhaben „neue Traisen“ ist kein klassisches Flussrückbauprojekt, weil kein Flusslauf rückgebaut wurde - "Im Gegenteil, im Augebiet musste erst ein neuer Flusslauf geschaffen werden.", so Seidl. Für die ökologisch funktionelle Ausformung des Flussbetts waren große Mengen Aushub nötig. Die Verwertung des entnommenen Kieses trug in untergeordnetem Ausmaß auch zur Finanzierung des Vorhabens bei.
Bis auf wenige Restarbeiten sind die Bauarbeiten rund um das Projekt mittlerweile abgeschlossen. "Die Fertigstellung von Auweihern wurde nach hinten verschoben.", informiert der Verbund-Pressesprecher. Die neue Au im Mündungsgebiet nahe dem Verbund-Donaukraftwerk Altenwörth gedeiht bisweilen prächtig. Die Bagger sind verschwunden, stattdessen tummeln sich Libellen, Fische und Vögel im dem 160 Hektar großen Projektgebiet. „Alles, was wir uns vor zehn Jahren zum Ziel gesetzt haben, ist eingetreten.“, bestätigt Projektleiter Roland Schmalfuß. Von fünfzig Donau-Fischarten wurden bereits 32 Arten nachgewiesen. Die Traisen hat sich von der strengen Beurteilung der Ökologen im Fach „Fischökologischer Zustand“ von „unbefriedigend“ auf „gut“ verbessert.

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