„Nicht über unsere Köpfe hinweg!“

„Unfassbar, dass man uns Bürger einfach nicht zum Runden Tisch eingeladen hat“, ärgert sich Rudolf Scholz, der nun Feinstaubmessungen durchführen wird.
  • „Unfassbar, dass man uns Bürger einfach nicht zum Runden Tisch eingeladen hat“, ärgert sich Rudolf Scholz, der nun Feinstaubmessungen durchführen wird.
  • hochgeladen von Bezirksblätter Archiv (Werner Pelz)

Der Vertreter von 250 Anrainern des Traisentals ist sauer, denn Politik und Schotterbarone blieben unter sich, um neue Pläne für den Kiesabbau zu schmieden. „Nicht mit uns! Wir wollen eingebunden werden, das war so ausgemacht!“, fordert Bürgerobmann Rudolf Scholz.
TRAISENTAL/NUSSDORF/HERZOGENBURG/TRAISMAUER (wp). Als Rudolf Scholz das letzte Bezirksblatt zu lesen bekam, in dem über einen „Runden Tisch“ in Sachen Kiesabbau zwischen Nussdorf und Herzogenburg zu lesen war, läuteten bei ihm die Alarmglocken – und das Handy in kürzesten Abständen wegen verärgerter Traisentaler. Während Politiker und Schotterbarone an einem Tisch saßen, um den Schotterabbau für die nächsten Jahre zu planen, ließ man die betroffenen Anrainer, organisiert im Bürgerforum dessen Obmann Scholz ist, außen vor. Sie wurden nicht nur nicht eingeladen, sondern auch nicht informiert.

Anrainer in Sorge
„Es war für uns aber immer klar, dass dies nur gemeinsam mit allen Betroffenen geht. Die Anrainer sind ja nicht ein Teil des Problems sondern ein Teil des Ganzen und wir wollen eine Parteienstellung, und nicht, dass über unsere Köpfe hinweg geplant und entschieden wird,“ moniert Scholz. Viele Anrainer hätten Angst, dass sie bald knapp vor ihrer Haustüre die Schottergruben samt Maschinenlärm und Staubbelastung haben. Was nicht von der Hand zu weisen ist. Denn dem Bezirksblatt wurden Pläne bekannt, wonach die sukzessive Ausbeutung der Kiesfelder westlich der L 113 geplant ist, allerdings in kleinen Schritten. „Damit soll die Belastung der Bevölkerung so gering wie möglich gehalten werden“, erzählt ein Insider hinter vorgehaltener Hand.

Gute Geschäfte für Gemeinderäte
Scholz fürchtet, dass nun unter der Hand Gründe verkauft werden, die dann dem Schotterabbau dienen. „Da machen auch einige Gemeinderäte ganz gute Geschäfte“, vermutet Scholz.
„Wir werden alle erdenklichen Möglichkeiten nützen, um diesen Wahnsinn zu blockieren“, kündigt der Bürgerforumsobmann zivilen Widerstand gegen die bekannt gewordenen Pläne an.

Zurecht empört
(Kommentar)
Nach dem Bericht im letzten Bezirksblatt über ein gemeinsames Vorgehen von Gemeinden und Schotterbaronen in Sachen Kiesabbau griff Rudolf Scholz verärgert zum Telefon, um einigen Politikern aus dem Traisental die Leviten zu lesen. Er war empört. Und das zurecht. Denn seitens der Politik hatte man stets vesprochen, die vom Schotterabbau belasteten rund 250 Anrainer, die in einem Bürgerforum von Scholz als Obmann vertreten werden, mit an den Verhandlungstisch zu holen. Dieses Versprechen wurde gebrochen. Nun herrscht wieder tiefes Misstrauen der, von Feinstaub sowie Lärm und Abgasen belasteten, Menschen gegenüber Politik und Schotterabbaubetrieben. Sie fürchten, dass Bagger, Maschinen und LKW bald ganz knapp vor ihren Häusern den kostbaren Kies abbauen und das Leben zur Staub- und Lärmhölle wird. Geplant ist jenseits der L 113 in Richtung bewohntes Gebiet kleinweise eine Schottergrube nach der anderen zu errichten, auszubaggern und wieder zu schließen. Eine Horrorvision für Scholz und die Menschen im Traisental zwischen Nussdorf und Herzogenburg. Mit Widerstand im großen Stil müssen sich alle Verantwortlichen schon jetzt einstellen.

Werner Pelz (Kontakt: Tel.: 0699/139 90 217 // Mail: wpelz@bezirksblaetter.com)

Autor:

Bezirksblätter Archiv (Werner Pelz) aus St. Pölten

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