Watsch'n-Vorwürfe brachten Mutter vor Gericht

Richter Helmut Weichhart führte den Prozess am St. Pöltner Landesgericht.
  • Richter Helmut Weichhart führte den Prozess am St. Pöltner Landesgericht.
  • Foto: Probst
  • hochgeladen von Sarah Loiskandl

REGION (ip). Abermals vertagt wurde in St. Pölten der Prozess gegen eine 37-jährige Frau aus dem Unteren Traisental, deren Kinder behaupten, mehrmals wöchentlich Ohrfeigen von ihr kassiert zu haben. Die Frau bekannte sich nicht schuldig und meinte zu den kontradiktatorischen Einvernahmen ihrer Sprösslinge: „Ich bin schockiert, mir fehlen die Worte!“

"Mit Kindern gefordert, aber nicht überfordert"
„Ich war mit den Kindern gefordert, aber nicht überfordert“, erklärte die Beschuldigte gegenüber Richter Helmut Weichhart und schilderte ausführlich ihre Situation vor und vor allem nach der Trennung von dem Vater der beiden Kinder, der mittlerweile mit einer anderen Frau zusammenlebt und, ihrer Aussage nach, das alleinige Sorgerecht für den vierzehnjährigen Sohn und die zwölfjährige Tochter anstrebe. Er habe sich nach der Trennung kaum um seine Kinder gekümmert, bemühe sich seit einiger Zeit, intensiv unterstützt durch seine neue Partnerin, um die beiden. Mit allem Nachdruck wolle sie klarstellen, dass sie ihre Kinder niemals geschlagen, getreten oder sie verbal verletzt habe. Dass vor allem der Sohn seinen Vater vermisste, sei nachvollziehbar, gleichzeitig habe sich der Suizidversuch ihres Ex-Mannes 2009 aber auch sehr belastend auf die beiden ausgewirkt. Ihm selbst habe vermutlich die Anzeige seiner Schwiegermutter wegen pornografischer Darstellungen Minderjähriger trotz Einstellung des Verfahrens zugesetzt.

Ohrfeigen bei den Hausaufgaben
Niemandem sei im fraglichen Tatzeitraum, ab Mitte 2010 beim Sohn, ab 2014 bei der Tochter bis zur Anzeige 2017, irgendetwas bei den Kindern aufgefallen, weder Lehrerkräften, Ärztinnen und Ärzten, noch Verwandten. Die Arbeitgeberin der Angeklagten versicherte, dass sie die beiden mehrmals wöchentlich gesehen habe und es absolut kein Anzeichen für Gewalt an ihnen gegeben habe. Schwer belastet werde die 37-Jährige hingegen vom Kindesvater und dessen neuer Partnerin, die von Verwahrlosung und Unterernährung sprachen. Die Kinder hätten nicht mehr zu ihr gewollt und nachdem sie sich bezüglich der Ohrfeigen ihnen anvertraut hätten, habe man sich an Fürsorge und Polizei gewandt. Die Tochter, zu einer Gewaltsituation befragt, gab an, dass sie zum Beispiel bei Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit Hausaufgaben eine Ohrfeige kassiert habe. Habe sie dann nicht aufgehört zu weinen, habe sie noch eine bekommen.

Ungereimtheiten bei Aussagen der Belastungszeugen
Die Verteidigung sah zahlreiche Ungereimtheiten in den Aussagen der Belastungszeugen und stellte entsprechende Beweisanträge, die zur Klärung bei der Fortsetzung im Dezember beitragen sollen. Immerhin liegt der Strafrahmen für die Beschuldigte zwischen sechs Monaten und fünf Jahren Haft.

Autor:

Sarah Loiskandl aus Herzogenburg/Traismauer

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