Generalverkehrskonzept: Opposition kritisiert mangelnde Umsetzung

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ST. PÖLTEN (wp). Die Stadtregierung will mittels Fragebögen an 1.500 ausgesuchte Haushalte bis September 2013 ein repräsentatives Mobilitätsverhalten ermitteln. Aber auch auch Betriebsbefragungen und Pendlerbefragungen in öffentlichen Verkehrsmitteln sind vorgesehen. Die daraus entstandenen Schlüsse sollen in ein neues Generalverkehrskonzept, das seinen Anfang bereits 1989 nahm, einfließen. "Nur auf Basis dieser Daten können wir auf die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen entsprechend reagieren und auch ein entsprechendes Konzept im Sinne der Bevölkerung entwickeln. Die St. Pöltner geben die Fahrtrichtung an“, frohlockt Bürgermeister Matthias Stadler (SP). Die Hauptaufgabe der Stadtplanung sei die Erstellung von planerischen Grundlagen, die eine vorausschauende Entwicklung St. Pöltens gewährleisten sollen, heißt es seitens der Stadtregierung.

Verkehrsströme
„Im Zuge der verkehrsplanerischen Überlegungen beschäftigen wir uns mit allen Verkehrsträgern – vom motorisierten Individualverkehr, einschließlich dem ruhenden Verkehr, über den öffentlichen Nahverkehr bis hin zum Fahrrad- und Fußgängerverkehr“, erklärt Stadtplaner Jens de Buck.

Hoher motorisierter Individualverkehr belastet St. Pölten
In einer Informationsveranstaltung präsentierte vergangene Woche das mit den Erhebungen beauftragte Institut Rosinak & Partner und die Technische Universiät Wien erste Ergebnisse.
Demnach beträgt der motorisierte Individualverkehr (MIV) 48 Prozent, ein mit anderen Städten verglichen, hoher Wert. Salzburg etwa weist um 10 Prozent weniger MIV auf. Bei Wegen von fünf bis 10 Kilometer fahren etwa 67 Prozent mit dem Auto. "Wäre das öffentliche Verkehrsnetz attraktiver, könnten diese Wegstrecken auch umweltschonender überwunden werden", meint etwa VP-Gemeinderätin Christina Veit. Ein Schnellbus der den Norden mit dem Süden St. Pöltens verbindet, könnte in Zukunft Abhilfe bringen. Erstaunlich hoch ist auch der Anteil der Einpendler, 59 Prozent kommen mit ihrem Privatfahrzeug. Rechnet man jene die Fahrtengemeinschaft bilden mit ein, so ist der Pendleranteil die mit dem Auto nach St. Pölten zur Arbeit kommen sogar 66 Prozent hoch. In Salzburg sind es nur etwa 38 Prozent (mit Mitfahrern 46 Prozent), in Linz 47 Prozent (mit Mitfahrern 57 Prozent).

"St. Pölten zur Wohnstadt!"
"Die Menschen wollen hier zwar arbeiten, aber nicht wohnen. Wenn wir St. Pölten zur Wohnstadt machen und den Zuzug forcieren, kann der Einpendler-Verkehr vermindert werden", führt der designierte VP-Stadtrat Markus Krempl ins Treffen.

Grüne: "SP forcierte Straßenbau"
Seitens der Grünen wird kritisiert, dass der von der Stadt vorgesehene Ausbau des öffentlichen Verkehrs nicht zu vereinbaren ist, mit "dem schon von der SPÖ beschlossenen Bau der Kerntangente Nord, dem Park & Ride-Wahnwitz in der Innenstadt und dem anstehenden Bau der S34". Und: „Bereits im Generalverkehrskonzept aus dem Jahr 1989 war ein massiver ÖV Ausbau vorgesehen, vorangetrieben wurde aber lediglich der Straßenausbau", so Gemeinderätin Nicole Buschenreiter von den Grünen.

ZUR SACHE
Stellungnahme aus dem Rathaus: „Verkehrsthemen sind immer kontroversiell. Es ist vollkommen klar, dass bei der Erstellung eines Verkehrskonzeptes sehr unterschiedliche Interessen aufeinander treffen. Was die einen fordern, ist für die anderen ein absolutes No-Go. Alle Interessen unter einen Hut zu bekommen, ist also kaum möglich. Unser Ziel ist es aber, möglichst viele Interessen zu berücksichtigen. Dazu müssen sie auf den Tisch gelegt und thematisiert werden“, heißt es aus dem Bürgermeisterbüro. Und weiter: Es bedürfe noch vieler Diskussionen, „um angedachte Maßnahmen auch der Bevölkerung verständlich zu machen“. – „Ein funktionales Generalverkehrskonzept ist die Grundlage für die hohe Lebensqualität in unserer Stadt. Ich bin sicher, dass wir bis zum Herbst einen sehr guten Vorschlag präsentieren können“, so Bürgermeister Stadler.

Grafiken: Rosinak & Partner
Abkürzung: MIV = Motorisierter Individualverkehr

Autor:

Bezirksblätter Archiv (Werner Pelz) aus St. Pölten

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