Bauern in Angst vor Enteignungen

Straße ins Idyll: Die Landeshauptstadt wirke durch die S34 als Sog und schwäche das Traisental, so Kritiker.

ST. PÖLTEN / TRAISENTAL (wp). Der Bau der S34 durch die ASFINAG dürfte trotz vieler Proteste nicht mehr abwendbar sein. Gespräche mit Grundeigentümern in St. Pölten bezüglich Ablöse und Probebohrungen starteten diese Woche. "Wir sind verzweifelt und fürchten um unsere Existenz", lautet der Tenor betroffener Bauern. "Wenn wir uns wehren, hat die ASFINAG bereits die Enteignung angedeutet", so ein Landwirt. Bei Verlust mehrerer Hektar fruchtbaren Bodens sei ein Fortbestand eines Betriebes nicht mehr möglich. Seitens der Stadt St. Pölten bleibt man bei der Forderung nach der S34 Richtung Traisental und sieht sich mit dem Land NÖ eins: "Ich verstehe die Bedenken der Bauern, aber St. Pölten benötigt die zusätzliche Spanne im Westen. Das ist eine Entlastung zur Nord-Süd-Verbindung. Der PKW-Verkehr nimmt pro Jahr um 3 % zu", so Stadtchef Stadler (SP). Außerdem würde man mit der S34 auch gegen die Landflucht arbeiten, von der Gemeinden im Traisental betroffen seien. Jetzt pendle man "ewig lange". Wilhelmsburgs Bgm. Choholka (SP), der in die jetzt laufenden Gespräche am Rande eingebunden ist, widerspricht: "Nein, das Traisental benötigt die Straße nicht. Die Region wird geschwächt, weil St. Pölten als Magnet junge Arbeitskräfte anzieht. Umgekehrt wird dies nicht der Fall sein." Er hofft nach wie vor auf die Verhinderung der Straße, so wie auch diverse Bürgerbewegungen. VP-Mandatar Wurzer sieht die Sache differenziert: "Das ist ein riesiges Infrastrukturprojekt gemeinsam mit dem Land. Wir stehen dem nicht komplett entgegen." Er verlange aber "sensiblen Umgang" mit den Grundeigentümern, und zielgerichtete Gespräche. Seitens der ASFINAG bestätigt man die beginnenden Gespräche mit den Grundeigentümern: "Es werden, soweit das möglich ist, Wünsche besprochen respektive berücksichtigt." Mehr könne man derzeit nicht sagen, außer, dass es am 28. 11. eine öffentliche Informationsveranstaltung gibt.

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