Hat Belastung der Bevölkerung durch Schottergewinnung bald ein Ende?

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REGION TRAISENTAL/NUSSDORF (wp). Wie zu Redaktionsschluss bekannt wurde, trafen einander Gemeindevertreter und Schotterabbaufirmen letzten Freitag in Nussdorf zu einem „runden Tisch“, um einen gemeinsamen Weg gegen die enorme Feinstaubbelastung zu beschreiten. Die Interessen der Gemeinden liegen in einem koordinierten Rohstoffabbau, einer Minimierung der Belästigung. Dabei darf die Verpflichtung zur Umweltverträglichkeitsprüfung keineswegs umgangen werden, lautet der Konsens.

Gemeinsame Planung
Auf freiwilliger Basis könnten sich die Schotterwerke nun dazu verpflichten, nur mehr bestimmte Grundstücke wirtschaftlich zu nutzen, um die Feinstaubbelastung für die Bevölkerung hintanzuhalten. Dabei könnte ein gemeinsames Planungsinstrument, etwa in Form eines kleinregionalen Entwicklungskonzepts, erstellt werden. „Konkret würde das bedeuten, dass eine gemeinsame und themenübergreifende Planung erfolgen soll“, heißt es im Abschlussprotokoll. Dabei könnten sich auch die Kiesunternehmen vorstellen, eine deartige Planung mitzufinanzieren, unter der Voraussetzung, dass auch ihre Interessen einfließen und sie aktiv mitreden können. Derzeit sind leider nicht alle Unternehmen mit an Bord. Das soll anders werden. „Grundsätzlich ist das ein guter Schritt“, freut sich etwa Dominik Neuhold als zuständiger Delegierter der Stadt Traismauer, „denn so kann es nicht weitergehen, es staubt gewaltig“.

Gesetzesänderungen untersagen nachhaltigen Eingriff
Früher, so Neuhold konnte man den Schotterabbau im Traisental einfach untersagen, heute wäre dies nach Gesetzesänderungen gar nicht möglich. Die Dummen sind die Menschen, die hier leben, denn sie müssen hinnehmen, dass die Luft verpestet wird. Herzogenburgs Stadtchef Franz Zwicker hingegen zeigt sich noch skeptisch: „Es muss noch einiges passieren, bis wir hier auf einem guten Weg sind. Denn gerade letzte Woche erst hat ein großes Kieswerk darum angesucht, seine Beschränkung für den Schotterabbau von derzeit fünf auf zwölf Jahre auszudehnen“, so Zwicker. „Es ist für das laufende Verfahren leider kontraproduktiv, wenn unser gemeinsamen Ansinnen schon jetzt unterlaufen wird.“

Zähes Ringen
(Kommentar von Werner Pelz)
Es ist wie es ist: Jeder hat ein Recht darauf, saubere Luft zu atmen. Soweit das heutzutage halt noch möglich ist. Und gerade im idyllischen Traisental geht den Menschen immer öfter die (gute) Luft aus. Feinstaub mannigfaltiger Herkunft: Die Schnellstraße, aber vor allem der Kies- und Schotterabbau versauen den Leuten hier an manchen Tagen das tiefe Durchatmen. Auf der anderen Seite hat ein Schotterabbauunternehmen selbstverständlich das Recht auf Gewinn hin zu arbeiten. Aber: Was wiegt mehr? Gesundheit oder Gewinn? So einfach kann man das natürlich nicht sehen, daher ist es zu begrüßen, dass sich die Gemeinden mit den Schotterbaronen an einen Tisch setzen, um Lösungen zu finden. Jetzt ist möglicherweise der erste Durchbruch gelungen: Man will sich beim Schotterabbau absprechen, sensible Gebiete meiden, Belästigungen hintanhalten. Ja, sogar ein kleinregionales Entwicklungskonzept als gemeinsames Planungskonzept will man erarbeiten. Gut so! Aber was, wenn sich einer nicht an die freiwilligen Abmachungen hält? Derzeit haben die Gemeinden keine Handhabe gegen schwarze Schafe. Nur eine gesetzliche Regelung würde hier das Gemeinwohl stärken.

Mail: wpelz@bezirksblaetter.com // Tel.: 0676 700 11 75

Autor:

Bezirksblätter Archiv (Werner Pelz) aus St. Pölten

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