Verliert Stadt Arbeitsplätze?

Besorgt: Herzogenburgs Bgm. Franz Zwicker.

Durch den Wegzug eines Unternehmens könnte Herzogenburg Einbußen bei den Kommunalsteuereinnahmen drohen.
HERZOGENBURG/TULLN/ST. PÖLTEN/KREMS (wp). Auf die Stadt Herzogenburg droht unerwartetes Ungemach zu zukommen: Einer der wichsten Betriebe, die Firma Biomin, ein im Bereich Tierwissenschaft tätiges Unternehmen, soll eine Abwanderung überlegen. „Ja, wir sind grundsätzlich auf der Suche nach einem neuen Standort für unser Headquarter“, bestätigt Biomin-Geschäftsführer Andreas Kern.

Wohin geht die Reise?
Als Standorte in der Überlegung der Firmenleitung wären Tulln, St. Pölten und Krems. Gegen Tulln spräche die lange Anfahrtszeit für die derzeitigen Mitarbeiter, von denen viele aus dem Raum Amstetten kämen. „Es ist abzuwägen, ob das dafür steht, da man natürlich damit rechnen muss, dass dann wichtige Mitarbeiter kündigen könnten“.
Für Tulln spräche die Nähe zu wichtigen Forschungseinrichtungen am Campus Tulln, das ein Technologiezentrum beherbergt, sowie renommierte, wissenschaftlich tätige Firmen, die Fachhochschule und die Universität für Bodenkultur. St. Pölten hingegen wäre vom jetzigen Standort nicht so weit entfernt und weise ebenfalls gewachsene Infrastruktur auf.
Betroffen könnten bis zu 100 Arbeitsplätze in Herzogenburg sein.

Zwicker: „Nach Lösung suchen“
Als das Bezirksblatt Bürgermeister Franz Zwicker kontaktiert, zeigt er sich überrascht: „Ich würde es sehr bedauern, wenn die Firma Herzogenburg, teilweise oder gar gänzlich verlassen würde.“ Zwicker verstünde allerdings nicht „dass man vor einigen Jahren groß ausgebaut hat und jetzt wieder den Standort verlässt. Auch wenn es nur einzelne Abteilungen des Unternehmens sind.“ Zwicker wolle umgehend in Kontakt mit der Unternehmensführung treten, um über Lösungen innerhalb der Gemeinde nachzudenken. „Wenn man mehr Raum benötigt, könnte man darüber ja reden. Vielleicht findet sich dann ja ein passendes Grundstück“.
Ob dies über Förderungen ablaufen könnte? „Also mit Förderungen muss man vorsichtig sein“, so Zwicker, das Geld liege ja nicht auf der Straße und in Zeiten wie diesen müssten Kommunen eher sparsam mit Fördermittel umgehen.

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