15.10.2014, 12:40 Uhr

400 Standesbeamte rüsten sich in St. Pölten für Zentrales Personenstandsregister

Bürgermeister Matthias Stadler, Eleonore Bailer, Präsidentin des Fachverbandes der Österreichischen Standesbeamtinnen und Standesbeamten, und Ministerialrat Walter Grosinger aus dem Bundesministerium für Inneres. (Foto: mss/Vorlaufer)
ST. PÖLTEN (red). Von 13. bis 15. Oktober tagten 400 Standesbeamte aus ganz Österreich und dem benachbarten Ausland, Vertreter der Bezirksverwaltungsbehörden, der Ämter der Landesregierungen und der zuständigen Ministerien in St. Pölten, um sich auf die Einführung eines Zentralen Personenstandsregisters (ZPR) vorzubereiten. Mit diesem erfährt die Personenstandsverzeichnung in Österreich ab 1. November die grundlegendste Reform seit 75 Jahren.

Umfassendes Verwaltungsregister

Mit dem ZPR wird in den nächsten Jahren ein umfassendes Verwaltungsregister aufgebaut. Die dort gespeicherten Daten sollen die Grundlage für die Tätigkeit der Behörden und öffentlichen Stellen im Rahmen ihres jeweiligen gesetzlichen Auftrags sein und den Verwaltungsablauf optimieren. Ziel ist es, die Behördenwege für Bürger nicht nur in Personenstandsangelegenheiten, sondern auch bei allen anderen Anliegen zu vereinfachen. Künftig wird dahingehend nur mehr mit der elektronischen Registerführung gearbeitet. Die herkömmliche Registerführung mit Geburtenbuch, Ehebuch, Partnerschaft und Sterbebuch ist damit Geschichte und weicht der Verzeichnung der Daten einzelner Personen in einem zentralen Personenstandsregister.

Immer mehr Aufgaben für die Kommunen

„Eine effiziente und schlanke Verwaltung sowie die Forcierung des e-Governments sind wesentliche Ziele bei der Verwaltungsreform. Die allermeisten Kommunen, so auch St. Pölten, haben zuletzt umfassende Reformen in ihrer Struktur vorgenommen, die einerseits Kosten sparen und andererseits den Bürgern Vorteile bei der Erledigung ihrer Anliegen bringen,“ betont Bürgermeister Mathias Stadler. In den letzten Jahren seien aber viele Aufgaben von übergeordneten Dienststellen auf Städte und Gemeinden übertragen worden, die sowohl finanziell als auch personell hohe Anforderungen mit sich bringen. Die Einführung des ZPR sei nun eine weitere Herausforderung für Kommunen.

Zweifel, ob System funktioniert

„Grundsätzlich stehen die Städte und Gemeinden hinter dem Projekt. In den vergangenen Wochen sind aber bei den in Rahmen von Schulungen durchgeführten Tests Probleme aufgetaucht. Einige Standesbeamte haben daher begründete Zweifel, ob das System zum Starttermin funktionieren wird. Für die Kommunen bedeutet dies erneut, den Mehraufwand für Überstunden und zusätzliches Personal ohne entsprechende Abgeltung tragen zu müssen. Während der Einführungsphase müssen aber auch die Bürger damit rechnen, dass ihre Anliegen nicht so rasch erledigt werden können, wie sie das bisher gewohnt waren. Ich bin aber zuversichtlich, dass die etwaige technischen Probleme ausgeräumt werden können“, so Stadler in seiner Funktion als Vorsitzender der Landesgruppe Niederösterreich des Österreichischen Städtebundes.

Wartezeiten in der Umstellungsphase

„Selbst wenn es bis 1. November 2014, dem Starttermin, nicht lückenlos gelungen sein wird, alle bei den Standesämtern bereits elektronisch verfügbaren Daten in der notwendigen Qualität dem neuen System zur Verfügung zu stellen, verhindert dies nicht den Start. Auch in anderen Registern, wie etwa dem Zentralen Melderegister, wurde nicht mit einem hundertprozentigen Datenbestand gestartet und dennoch schaffte man es, in einem Schulterschluss aller Projektpartner, das System zum Laufen zu bringen. Ich bin daher überzeugt davon, dass bei gutem Willen aller auch dieses Vorhaben zu einem erfolgreichen Ende geführt werden kann und dass es gelingt, nach einer Anlaufphase auch für die Bürgerinnen und Bürgern in unserem Land e-Government spürbar zu machen“, verspricht Walter Grosinger, zuständiger Ministerialrat aus dem Innenministerium.
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