10.10.2016, 14:08 Uhr

Achtung: Hier quert Wild

Nach dem Wildunfall gilt: Sofort die Polizei anrufen! (Foto: ZOOM-Tirol)

Ein Wildunfall ist für Tier und Mensch gefährlich. Was im Ernstfall zu tun ist, erklären die Experten.

REGION. Alle 17 Minuten passiert ein Wildunfall in Niederösterreich. In den Herbstmonaten ist die Gefahr besonders hoch.
"Dass es jetzt gefährlich ist, hängt mit der Tageszeit, also mit Sonnenauf- und Sonnenuntergang zusammen", klärt Bezirksjägermeister Johannes Schiesser aus Traismauer auf. Im Herbst beginnt die Dämmerung bereits um 18 Uhr, d.h. der Wildaustritt zur Futteraufnahme findet genau zu den Hauptverkehrszeiten statt. "Bei Übergangsbereichen zwischen Wald und Feld ist das Risiko eines Wildunfalles besonders groß – hier sollten Fahrzeuglenker ganz besonders vorsichtig sein", rät auch Othmar Thann, der Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit.


Polizei informieren

"Nach einem Unfall sollte man unbedingt die Polizei anrufen, die weiß, wer der zuständige Jäger ist", so der erste Rat vom Bezirksjägermeister. In den meisten Fällen geht ein Wildunfall für das Tier tödlich aus, die Jäger entsorgen in der Folge entweder den Kadaver oder sie beginnen mit der Nachsuche. "Da das Tier, sollte es noch leben, wahrscheinlich verletzt ist, ist es wichtig, dass es gefunden und von seinem Leiden erlöst wird", erklärt der Waidmann. Bleibt man nicht am Unfallort, dann ist es wichtig, dass man eine genaue Ortsangabe macht. "Also die Fahrtrichtung, bei welchem Kilometer der Unfall passiert ist, damit die Stelle besser eingegrenzt werden kann", erläutert Johannes Schiesser. Rechtlich gilt: „Getötetes Wild darf auf keinen Fall mitgenommen werden – auch nicht zum Tierarzt. Das Wildtier leidet bei einem improvisierten Transport mehr als im gewohnten Lebensraum. Die Mitnahme des Tieres kann behördlich auch als Wild-Diebstahl gewertet werden", informiert Peter Lebersorger, der Generalsekretär der Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände.

Erhöhte Unfallgefahr

Die toten Tiere müssen weggeräumt werden, weil sie eine Verkehrsbehinderung sein können und weil der Jäger genau über den Bestand Bescheid wissen muss.

Zur Sache
Die meisten Wildunfälle ereignen sich in den Morgenstunden (zwischen 5 und 7 Uhr), sowie abends zwischen 20 und 23 Uhr. Ein Großteil der Wildunfälle sind Kollisionen mit Rehwild, aber auch Zusammenstöße mit Hasen, Fasanen, Füchsen und auch Wildschweinen sind relativ häufig.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.