17.09.2014, 14:09 Uhr

Ein altes Handwerk in Altlengbach neu erleben

Martin Engelmann, Schlosser, verbringt gerne seine Zeit in der alten Schmiede.

Eines der ältesten Gebäude in Altlengbach beherbergt einen wahren Schatz: eine 300 Jahre alte Schmiede.

ALTLENGBACH. Das Handwerk des Schmiedes liegt schon über 5.000 Jahre zurück. Ötzi hatte damals schon bei seiner Reise über die Alpen Werkzeug dabei, das von einem Schmied hergestellt wurde. Den Schmied an sich gibt es nicht mehr – dies sind heute Metallbauarbeiter. Trotzdem hält Martin Engelmann die alte Schmiede seiner Vorfahren instand.

Weitergabe der Schmiede

"Bis ins 17. Jahrhundert konnte eine Schmiede nur innerhalb der Familie weitergegeben werden. Entweder der Schmied hatte einen Sohn, der den Meisterbrief innehatte, oder der Geselle heiratete die Witwe", erklärt Engelmann das damalige Gesetz der Weitergabe. Mit der Maria-Theresia-Kennzeichnung wurde das Gesetz dann aufgelockert und ein Geselle konnte die Schmiede erwerben.
1747 wurde Andre Rauch als erster Besitzer der Schmiede in Altlengbach genannt. Mit der Zeit übernahm die Familie Engelmann aus Sachsen die alte Schmiede.

Erinnerungen an die Familie

"Mein Großvater und sein Bruder waren so richtig gestandene Schmiede. Bei Tanzveranstaltungen waren sie immer die Aufpasser", schmunzelt Engelmann bei dieser Familiengeschichte.
Auch in der alten, noch voll funktionstüchtigen Schmiede findet man viele Familienerbstücke: vom Amboss bis zu den Handwerkzeugen. Aber auch vom Sperrmüll gerettete Schmiedewerkzeuge stehen dort. Gegen Voranmeldung ist die Schmiede zu besichtigen. Infos unter www.engelmann.cc

ZUR SACHE

Der Schmied ist einer der ältesten Berufe der Menschheitsgeschichte. Schmiede wurden vor allem als Waffen-, Werkzeug- und Gerätehersteller geschätzt und gesucht. Die Schmiede in Altlengbach wurde zumeist von Händlern besucht, um etwa Pferde neu zu beschlagen. Anliegend an der Schmiede war die Wagnerwerkstatt. Hier wurden die Wagen repariert.
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