15.10.2017, 12:16 Uhr

Ladendiebe verurteilt

Parfum-Diebe (Foto: Probst)
HERZOGENBURG / ST. PÖLTEN (ip). Von Tirol über Salzburg bis Niederösterreich zog sich die Spur von drei polnischen Ladendieben, die es hauptsächlich auf teure Parfums in Drogeriemärkten abgesehen hatten. In Herzogenburg war am 26. Juli 2017 Endstation für das Trio, nachdem es einer Verkäuferin aufgefallen war, die ihrerseits die Polizei verständigte.
„Es tut uns sehr leid, wir wissen, dass wir schlecht gehandelt haben“, meinte einer der Beschuldigten beim Prozess am Landesgericht St. Pölten zu den Vorwürfen von Staatsanwältin Julia Berger, die den Männern im Alter von 23, 25 und 26 Jahren teils versuchten, teils vollendeten gewerbsmäßigen Diebstahl zur Last legte. Ihr Vorwurf, dass die Angeklagten im Rahmen einer kriminellen Vereinigung tätig gewesen seien, entsprach jedoch nicht der Wertung von Richterin Alexandra Glösl, da es sich nicht um einen Zusammenschluss auf längere Zeit gehandelt habe.
Er habe auf keinen Fall stehlen wollen, behauptete einer der Polen, der mit sechs Vorstrafen keine Gnade vor der Richterin fand. Er verdiene 2.000 Euro pro Monat, erklärte er und habe es daher nicht notwendig zu stehlen. Sie seien alle gemeinsam mit ihren Partnerinnen in Tirol auf Urlaub gewesen. Als es zum Streit mit einem weiteren Polen kam, sei dieser mit dem Kleinbus, in dem sich all ihre Sachen befunden hätten, davon gefahren. Um ihre Heimreise zu finanzieren, hätten sie die Diebstähle begangen, bei denen sie durch Videoüberwachungen auch beobachtet wurden.
Glösl hatte massive Zweifel an den Motiven der Angeklagten, von denen einer noch mit sieben Vorstrafen, der Dritte, der vorwiegend als Aufpasser seine Komplizen mit dem Körper abdeckte, mit einer Vorstrafe aufwarten konnte. Dieser erhielt eine Freiheitsstrafe von zwölf Monaten, davon acht bedingt. Seine beiden Komplizen fassten je 20 Monate aus (nicht rechtskräftig). Während einer intensiven Beratung unter anderem mit Verteidiger Martin Engelbrecht nach der Urteilsverkündung vor dem Gerichtssaal, gestikulierte und schimpfte eine der anwesenden Polinnen so heftig, dass ihr ein nochmaliges Betreten des Saales untersagt wurde.
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