25.01.2018, 14:27 Uhr

Mit Helga Kromp-Kolb und Ingmar Höbarth zum Klimawandel

Die Teilnehmer an der Veranstaltung rund um Helga Kromp-Kolb und Ingmar Höbarth. (Foto: KEM)

Die Veranstaltung zum Klimawandel zeigte sich als voller Erfolg

TRAISMAUER (pa). Am Dienstag, den 23. Jänner fand in der Turnhalle der NMS Traismauer eine hochkarätig besetzte Veranstaltung zum Klimawandel mit rund 230 Besuchern statt. Nach Vorträgen von Helga Kromp-Kolb und Ingmar Höbarth kam es noch zu einer sehr angeregten Podiumsdiskussion gemeinsam mit Bürgermeister Herbert Pfeffer und Winzer Rudolf Hofmann.
Durch den launigen Abend führte Martin Ruhrhofer von der Energie- und Umweltagentur Niederösterreich. Bei regionalen Schmankerln vom Traismaurer Naturkostladen „Gsunds Eck“ sowie Wein und Säfte vom Biohof Fischer fand der Abend einen geselligen Ausklang.

„Mister Klimafonds“ Ingmar Höbarth zu Gast im Unteren Traisental

Ingmar Höbarth vom österreichischen Klima- und Energiefonds betonte in seinem Eröffnungsstatement, welche Bedeutung die Städte und Gemeinden für die Erreichung der Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens haben. Der Klimafonds entwickelt und koordiniert Österreichs Strategien für eine nachhaltige Entwicklung und hat seit 2007 mehr als eine Milliarde Euro in Österreich investiert. Alleine in Österreichs Klima- und Energiemodellregionen sind dadurch rund 40.000 Arbeitsplätze und eine jährliche regionale Wertschöpfung von rund 3 Milliarden Euro entstanden!
In seiner Präsentation würdigt Ingmar Höbarth auch die regionalen Aktivitäten und das Engagement vom lokalen Modellregionsmanager Alexander Simader. Er betont jedoch, dass die Regionen nicht auf den bereits realisierten Stand stehen bleiben dürfen, sondern dass weitere Schritte zu setzen sind. Vorallem dem Energieverbrauch muss mit Innovation und Effizienzmaßnahmen begegnet werden!

Helga Kromp-Kolb ist Österreichs Grande Dame des Klimawandels

Wenn 230 Besucher in Traismauers Turnhalle pilgern um sich mit Physik und Klimawandel zu beschäftigen, so ist dies allein das Verdienst von Kromp-Kolb, welche seit Jahren als Initiatorin der österreichischen Klimaschutzbewegung gilt. „Es gelingt Frau Professor Kromp-Kolb auf einfachste und sehr nüchterne Art und Weise die Zusammenhänge von Klimawandel und unserem Lebensstil zu beschreiben. Einerseits besitzt sie die nötige Distanz des Wissenschaftlers zum Thema und anderseits hat sie diese unglaubliche Empathie, welche uns sofort die Wirkung unseres persönlichen Handels aufzeigt. Sie hat zum Schluss nochmals das ganze Publikum mitgerissen!“, schwärmt Alexander Simader.
Kromp-Kolb betont auch, dass Europa größte Anstrengungen setzen wird müssen, um das +1,5 Grad-Ziel aus dem Pariser Klimaschutzabkommen zu erreichen. Sie warnt vor großen Migrationsbewegungen ab Mitte des Jahrhunderts, wenn einerseits Dürre und anderseits der Anstieg des Meeresspiegels die Lebensbedingungen an vielen Orten deutlich verschlechtern werden. Auch mit Erreichen des +1,5 Grad-Ziels werden an vielen Orten der Welt die heutigen Lebensbedingungen nur schwer zu halten sein. Es braucht Innovation und ein Umdenken aller Menschen. Sie macht aber auch Mut und ist optimistisch, dass weltweit Lösungen gefunden werden.

Winzer Rudolf Hofmann hat Lösungen und schenkt den Zuhörern reinen Wein ein

Der Oberndorfer Winzer Rudolf Hofmann hat Lösungen für die Zukunft des Weinbaus. „Wir Winzer wissen, dass es den Klimawandel gibt und wir reagieren schon seit Jahren sehr gezielt darauf.“, gibt er sich offen, „Es wird zusätzliche Maßnahmen brauchen, wenn sich die klimatischen Bedingungen weiter verändern. Vorallem brauchen wir genügend Wasser und das zum richtigen Zeitpunkt.“
Rudolf Hofmann weiß, dass heute die Landwirtschaft CO2 emittiert und doch ist er überzeugt, dass gerade in der Landwirtschaft eine der wichtigsten Lösungen der Zukunft liegt, denn mit richtigem Humusaufbau kann im Boden genügend CO2 gebunden werden. Rudolf Hofmann experimentiert in diesem Bereich seit einigen Jahren und verweist auf traditionelle Methoden, welche sehr erfolgsversprechend sind. Aus seiner Sicht können die Landwirte in der Zukunft das Klima retten!

Bürgermeister Herbert Pfeffer bekennt sich zum aktiven Klimaschutz

Seit 2016 hat Bürgermeister Herbert Pfeffer die Klimaschutzaktivitäten der Region fest im Griff und setzt Projekt für Projekt um. Damit übernahm er die Agenden vom Gründer der Klima- und Energieregion Unteres Traisental, Dieter Lutz, der seit 2010 eine österreichweit einzigartige Investitions- und Sanierungsoffensive der regionale Kleinwasserkraftwerke initiierte.
„Für eine nachhaltige Energiewende braucht es einen breiten Mix an Erneuerbaren Energien. Nur so können wir als Region und als Land unabhängiger werden, wie es sowohl in den Strategien Österreichs und auch des Bundeslandes vorgegeben ist!“, zeigt Herbert Pfeffer seine klare Weltanschauung zur Energiewende auf, „Geld nach Saudi-Arabien oder Russland für teure Energieimporte zu bezahlen muss irgendwann ein Ende haben!“ Auch beim gemeinsamen Gruppenfoto der Referenten gibt er mit „Fossil war gestern!“ nochmals den Ton.
Die bei der Veranstaltung anwesenden Bürgermeister und Entscheidungsträger möchten in den kommenden Jahren gemeinsam Maßnahmen setzen, welche eine Anpassung an den bestehenden Klimawandel darstellen. Für Bürgermeister Herbert Pfeffer ist dabei der Lückenschluss des Hochwasserschutzes in Traismauer prioritär. Weitere Maßnahmen sollen zur Verbesserung des Mikroklimas und mehr Vegetation im Wohngebiet führen. Insgesamt besteht die Anpassungsstrategie jedoch aus einem Bündel von mehr als 15 Maßnahmen.

Unteres Traisental und Fladnitztal sind gemeinsam eine von 23-KLAR-Regionen Österreichs

Das Untere Traisental gehört bereits seit 2011 mit einer Vielzahl an nachhaltigen Projekten zu einer der aktivsten Klima- und Energiemodellregionen Österreichs. So wurde unter anderem 2017 der österreichische Energy Award in der Kategorie Wasser gewonnen.
Der Verein Klima- & Energiemodellregion Unteres Traisental und Fladnitztal ist ein Zusammenschluss von sieben Gemeinden unter der Führung von Traismauers Bürgermeister Herbert Pfeffer und arbeitet seit Anfang 2017 auch an einer Strategie für Anpassungsmaßnahmen zum bestehenden Klimawandel in der Region. Er wird dabei sowohl finanziell als auch organisatorisch vom österreichischen Klima- und Energiefonds unterstützt.


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