17.09.2014, 07:43 Uhr

Tricky Niki: "Weg von dem Zylinder"

(Foto: Felicitas Matern)
ST. PÖLTEN (jg). Das Multitalent Tricky Niki gilt als Österreichs lustigster Bauchredner und vielfach preisgekrönter Zauberkünstler. Der in Wien geborene Künstler, der mit bürgerlichem Namen Niki Sedlak heißt, ist mehrfacher Zauber-Staatsmeister, Grand-Prix-Sieger und Top-Platzierter bei Zauber-Weltmeisterschaften. Im Gespräch mit den Bezirksblättern gibt er Einblick in sein Leben, in das Image eines Zauberers und seine Ziele.

Du hast im Alter von 20 Jahren begonnen, zu zaubern. War es immer ein Traum von dir, Zauberkünstler zu werden?
"Mein bester Freund hatte damals Geburtstag und der wollte immer einen Zaubertrick können. Zufällig habe ich vor der Geburtstagsparty eine VHS-Kassette gefunden: 'Zaubern für Anfänger'. Die hab ich mir vor der Party angeschaut und Tricks gelernt. Dann bin ich voll drauf reingekippt, hab herausgefunden, dass es ein Zauberfachgeschäft gibt. So hat sich das entwickelt. Das Zaubern ist dann immer mehr gewachsen und die eigentliche Arbeit habe ich immer mehr zurückgeschraubt."
Am 26. September gastierst du in Ober-Grafendorf. Du warst schon öfter im Raum St. Pölten…
"In der Bühne im Hof war ich schon drei Mal. Das Publikum war an jedem dieser drei Abende phantastisch. Dahingehend freu ich mich schon auf meinen ersten Auftritt in Ober-Grafendorf. Vor allem ist es immer schwer, wenn dich das Publikum nicht kennt, die Leute zum ersten Mal ins Theater zu bekommen. Und das hat bisher gerade hier in St. Pölten immer ausgesprochen gut funktioniert."
Du giltst als Österreichs beliebtester Zauberkünstler. Bist du mit dieser Titulierung dort angekommen, wo du hinwolltest, oder verfolgst du noch höhere Ziele?
"Ich habe nie gesagt, ich will das oder das. Ich bin eigentlich ein grundzufriedener Mensch. Wenn ich wüsste, dass es mein Leben lang so weitergeht wie jetzt, bin ich der zufriedenste Mensch der Welt. Mit dieser Einstellung fahre ich eigentlich ganz gut, denn ich habe keinen Druck. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich auf der Bühne einfach ich bin."
Wie bist du zum Bauchreden gekommen?
"Ich habe auf einem englischen Zauberkongress einen Bauchredner gesehen und wollte das auch einfach für mich selber lernen. Ich habe dann recherchiert und in Amerika eine Firma gefunden, die auf Bauchrednerpuppen spezialisiert ist. So kam ich zu meiner ersten Puppe, dem Drachen Emil. Irgendwann hat es ganz gut geklappt und mir wurde nahegelegt, das Bauchreden in meine Show einzubauen. Das ist super angekommen. Dann konnte ich zaubern was ich wollte – der Drache ist immer am besten angekommen."
Du lässt deine Puppen Dinge sagen, die du selbst nicht sagen könntest. Was zum Beispiel?
"Das sind oft sehr improvisierte Sachen, zum Beispiel der Emil, der auf charmante Art und Weise Frauen im Publikum anbrät. Die Puppen können sich über bestimmte Dinge lustig machen, und niemand nimmt es ihnen böse. Wenn da der Generaldirektor sitzt, darf die Puppe zum Beispiel einen Witz über seinen Anzug machen."
Zauberei, Bauchreden – damit verbinde ich eigentlich Unterhaltung für Kinder...
"Das ist die Problematik, weil die Leute oft glauben, ich mache ein Kinderprogramm. So ist es aber nicht. Ich zaubere gerne für Kinder, aber mir stellt es immer die Nackenhaare auf, wenn ich darauf reduziert werde. Mein Ziel, um auf die Frage von vorhin zurückzukommen, ist dahingehend, dass ich einfach helfen will, dieses verstaubte Image aufzupolieren. Weg von dem Zylinder. Die heutige Zauberei ist einfach modern, sehr lustig und unterhaltsam."


Tricky Niki gastiert am 26. September um 20 Uhr in der Pielachtalhalle in Ober-Grafendorf. Nähere Infos und Tickets unter www.bestmanagement.at
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