30.05.2017, 21:25 Uhr

Vandalen - Tour in Traismauer

Rechtsanwalt Christian Hirtzberger (Foto: Probst (3))

Traismauer: Jugendliche zertrümmerten PKW - nun kam es zur Gerichtsverhandlung in St. Pölten.

TRAISMAUER (ip). Einigermaßen geschockt war ein Autobesitzer Ende Februar 2017, als er in Traismauer zu seinem Fahrzeug zurückkehrte. Abgerissene Seitenspiegel, zertrümmerte Scheiben und Scheinwerfer, sowie ein beschädigtes Armaturenbrett waren das Ergebnis eines Vandalenaktes, mit dem sich drei Jugendliche ihre Langeweile vertrieben.

Polizeiliche Vormerkung
Am Landesgericht St. Pölten warf Staatsanwalt Michael Lindenbauer einem der Täter außer der Sachbeschädigung auch vor, dass er versucht habe, einen in der Nähe des demolierten Chevrolets geparkten Gabelstapler unbefugt in Betrieb zu nehmen. Er habe eine Runde damit fahren wollen, gestand der 15-Jährige, der bereits als Minderjähriger drei polizeiliche Vormerkungen kassierte und danach mit einer Diversion knapp einer Verurteilung entkam.

Schadensforderung
Ging der Staatsanwalt ursprünglich von 5.700 Euro Schaden aus und forderte daher eine Verurteilung wegen schwerer Sachbeschädigung mit einem Strafmaß bis zu zwei Jahren Haft, verwies Verteidiger Christian Hirtzberger darauf, dass es sich bei dem Fahrzeug um ein älteres Modell gehandelt habe, das der Besitzer gebraucht um 500 Euro erworben hatte. Die, seiner Meinung nach, weit überhöhte Schadensforderung sei von den Jugendlichen bereits beglichen worden. „Eine Leuchte ist er nicht“, meinte Hirtzberger, verwies jedoch gleichzeitig auf die derzeit äußerst schwierige Lebenssituation seines Mandanten.

Psychotherapie
Jugendrichter Markus Grünberger zog alle Milderungsregister. Von schwerer Sachbeschädigung nahm er Abstand, da der Schaden deutlich unter 5.000 Euro liege. Schuldig erklärte ihn der Richter schließlich der einfachen Sachbeschädigung und der versuchten Inbetriebnahme des Gabelstaplers, setzte eine mögliche Strafe vorerst jedoch für eine Probezeit von drei Jahren aus. Wichtig schien Grünberger jedoch die Anordnung von Bewährungshilfe und Psychotherapie. Das Urteil ist rechtskräftig.
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