17.09.2014, 08:00 Uhr

"Ich musste am Abend immer entölt werden"

Bezirksblätter-Redakteur Johannes Gold und Raoul Donschachner, Chef der Bulla St. Pölten GmbH, beim Frühstück im Café Pusch.

Raoul Donschachner im Gespräch über verändertes Fahrverhalten und die Zukunft der Automobil-Branche.

Sie betreiben seit kurzem eine KFZ-Werkstätte in St. Pölten. Wie haben Sie Ihre Liebe zu motorisierten Gefährten entdeckt?
"Ich bin in einer Autowerkstatt in Wien aufgewachsen und musste am Abend immer entölt werden. Zu Beginn meines Studiums rutschte ich aber in die Werbe-szene. Eines Tages hatte ich daran keine Freude mehr. Hinzu kam, dass ich frustrierter Kunde der Automobil-Branche war. Mich hat etwa der Verkäufer gestört, der nicht zurückruft. So bin ich letztlich in die Branche gestolpert."
Mit Ihrem Angebot richten Sie sich offensichtlich an Autofahrer aus Leidenschaft.
"Grundsätzlich handeln wir mit Land Rover, Lotus und Ducati und im Speziellen bieten wir Land Rover-Umbauten. Da gehören wir zu den Größten in Europa. Wir haben eine eigene Sattlerei und bauen das Auto auf Wunsch auch auf Automatik-Getriebe um."
Land Rover verbinde ich mit Offroadreisen. Stoßen Sie dahingehend in der Stadt auf Skepsis?
"Mit dem Auto kann man alles, außer rasen. Und dahingehend kommt uns zugute, dass sich das Autofahren in den letzten Jahren stark verändert hat: Die Durchschnittsgeschwindigkeit etwa ist nicht nur wegen Kontrollen, sondern auch aufgrund hoher Treibstoffpreise massiv gesunken. Fährt man mit dem Land Rover 110 auf der Autobahn, ist man heute sicher nicht der Langsamste."
Angesichts der Treibstoffpreise setzen viele auf Elektroautos. Ist das die Zukunft?
"Vielleicht die ferne, aber sicher nicht in der jetzigen Form. Ich gehe davon aus, dass man in zehn Jahren tatsächlich Autos mit ganz geringem Verbrauch kaufen wird. Das Problem ist, dass dann außer dem Ökogedanken nicht viel übrig bleibt. Denn wenn die Autos wenig verbrauchen, wird der Liter Treibstoff das Siebenfache kosten, weil die Öllobby nicht dasitzen und 'na geh, jetzt verdienen wir aber wenig' sagen wird."

Wordrap

Nach St. Pölten kam ich heute … mit einem Land Rover.
Einen Parkplatz habe ich … am Domplatz, wo meiner Meinung nach eh immer einer frei ist, gefunden.
Zum Frühstück gibt's für mich gewöhnlich … ein Schinkenbrot und am Wochenende ein Full-English-Breakfast – das liebt die ganze Familie.
Mein schönster Urlaub … war die Wüstenreise mit Eltern, Frau und Kindern zu Weihnachten in die Sahara.
In meiner Garage stehen ... als Lieblingsspielzeug ein Ford Mustang Cabrio, verschiedene ältere Motorräder und zwei Land Rover.
Meine Lieblingsfernsehserie ist ... Sherlock.
Wenn ich noch einmal 20 wäre ... würde ich wahrscheinlich meine Kinder früher bekommen, weil ich jetzt weiß, wie super sie sind.

Gast und Wirtschaft

Mitten in St. Pölten führt das Café Pusch die k. u. k. Backtradition fort, bietet mit der Original-Sankt-Pöltner-Prandtauer-Torte ein süßes Wahrzeichen der Stadt und verwöhnt Feinschmecker mit gutbürgerlicher Küche. Freunden der gepflegten Morgenmahlzeit wird vom "Vital Frühstück" (Müsli) über das "Faulenzer Frühstück" (Buttersemmerl mit Marmelade) bis hin zum reichhaltigen Frühstücksbuffet eine große Auswahl geboten.
Café-Konditorei Pusch
Domgasse 8, 3100 St. Pölten, Tel: 02742/766 44, Internet: www.cafe-pusch.at; Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 7 bis 19 Uhr; Samstag: 7 bis 18 Uhr; Sonn- und Feiertag: 9 bis 18 Uhr;
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