Das Geheimnis der 13 Tafeln ist gelüftet: Neuer Bodenlehrpfad am Roten Berg

Andreas Baumgarten (Österr. Bodenkundliche Gesellschaft) und Helene Berthold (AGES Bodenplattform)
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  • Andreas Baumgarten (Österr. Bodenkundliche Gesellschaft) und Helene Berthold (AGES Bodenplattform)
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HIETZING. Endlich ist das Geheimnis um die 13 Holztafeln am Roten Berg gelüftet: Es handelt sich dabei um einen neuen Bodenlehrpfad. Nachdem die Holztafeln dort einige Wochen lang ohne Beschriftung standen, haben sich die Hietzinger schon so ihre Gedanken über den Verwendungszweck gemacht: Von Stadtplänen bis hin zu fix montierten Wahlplakatständern hat man einige Theorien gehört.

Susanne, die in der nahen Werkbundsiedlung lebt, dachte zuerst an eine Kunstinstallation mit regelmäßig wechselnden Bildern. Aber auch mit dem Bodenlehrpfad kann sie leben: "Eine gute Sache. Mir ist der Umweltschutz sehr wichtig. Aber man hätte die Tafeln ruhig etwas weniger prominent aufstellen können. Sie stehen genau an den schönsten Aussichtsplätzen."

Die Idee zu dem Lehrpfad stammt vom ehemaligen Hietzinger Bezirksrat Helmut Brezinschek (SPÖ). Er sah den Roten Berg als idealen Standort, der gerade in Zeiten zunehmender Bodenversiegelung wertvolle Informationen über den Aufbau und die Bedeutung unseres Erdreichs vermitteln sollte. Nicht nur für Tiere stellt der einwandfreie Zustand des Bodens die Lebensgrundlage dar, sondern auch für uns Menschen. Denn nicht nur in der Land- und Forstwirtschaft ist man vom Boden und seiner Bedeutung für die Pflanzen, das Wasser und das Klima abhängig. Gesundes Erdreich bietet unzähligen Kleinstlebewesen einen Lebensraum, der wiederum die Grundlage für das Pflanzenwachstum ist.

Gesunde Ernährung baut wesentlich auf gesunde Böden auf. Der strömende Regen am Eröffnungstag machte aber noch eine weitere wichtige Aufgabe des Bodens deutlich: als Regenwasserspeicher. Versiegelter Boden kann kein Regenwasser aufnehmen. Damit spielt der Boden im Hochwasserschutz eine Hauptrolle. Aber auch unser Klima in Wien hängt vom Zustand der Böden ab: Auf versiegelten Böden können keine Pflanzen wachsen, die im Sommer mittels Wasserverdunstung und als Schattenspender großen Anteil an der Kühlung der Luft haben. Dieser Effekt ist bei Hitzewellen vor allem in den dicht verbauten Bezirken stark spürbar.

Sechs Jahre Planung

Allein während der Dauer der Eröffnung des Bodenlehrpfads wurden in Österreich rund 6.000 Quadratmeter Boden versiegelt. Das sind durchschnittlich 20 Fußballfelder pro Tag. "Der neue Bodenlehrpfad am Roten Berg wird viele Menschen und vor allem Schülerinnen und Schüler in Hietzing auf die Wichtigkeit des Bodens aufmerksam machen", so Bezirkschefin Silke Kobald (ÖVP).

Einfach war der Weg zu den Tafeln nicht, waren doch die Boku, das Umweltbundesamt, das Landwirtschaftsministerium, das Bundesforschungszentrum für Wald, die Österreichische Bodenkundliche Gesellschaft, die AGES Bodenplattform, die MA 22, die MA 49, die Hietzinger Kulturbildungsinitiative und der Bezirk beteiligt.

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