Kälteeinbruch: Eisbrecher muss Wiener Häfen von Eisschicht befreien

Nicht Minsk, sondern Wien: Die Donau ist unter einer dicken Eisschicht verschwunden.
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  • Foto: Wien Holding/Eva Kelety
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WIEN. Schiff ahoi statt Eislaufplatz heißt es trotz der tiefen Temperaturen in den Wiener Häfen. Daher muss die Stadt neben Schneepflügen und Streufahrzeugen, die Fahrbahnen und Gehwege von Schnee und Eis befreien, auch über einen Eisbrecher für freie Schifffahrtrinnen verfügen.

"MS Eisvogel" heißt der 32 Meter lange Eisbrecher des Hafen Wien, der zur Zeit in den Häfen Freudenau, Albern und dem Ölhafen Lobau unterwegs ist. Von einer flotten Fahrt kann bei der derzeit rund 15 Zentimeter dicken Eisschicht in den Becken der Donauhäfen keine Rede sein. Die "MS Eisvogel" schiebt sich schwerfällig im Schritttempo voran, hievt sich auf die Eisplatte und bricht mit seinen stolzen 80 Tonnen Gewicht das Eis. Für eine freie Schifffahrtrinne muss bei der derzeitigen Eisdicke mit zwei Stunden harter Arbeit gerechnet werden - und harte Arbeit ist hier nicht übertrieben. Der Eisbrecher wird durch das Eis immer wieder vom Kurs abgebracht und muss mit Muskelkraft dagegen halten. Neben Kraft muss der Mann am Ruder allerdings auch Feingefühl aufwenden, da die Gefahr besteht, mit dem Stahlkoloss die Kaimauern der Häfen zu beschädigen.

Umschlagplatz Wien

Auch an die vertauten Kreuzfahrtschiffe, die zum Überwintern vor Anker liegen, müssen sich Kapitän Wolfgang Steindl und seine vier Kollegen nah heranwagen. "Das Eis rund um die Schiffe muss gebrochen werden, damit der gefährliche Eisdruck nicht die Rümpfe der Donau-Kreuzer beschädigt", so Steindl.

Welch wichtige Arbeit die "MS Eisvolgel" leistet, wird bei einem Blick auf die Zahlen der Logistikabwicklung deutlich. Nicht nur fröhliche Fahrten in die Wachau zur Marillenblütenzeit werden auf der Donau unternommen, sondern Wien zählt tatsächlich zu den wichtigen Binnenhäfen in Mitteleuropa. Auf drei Millionen Quadratmetern befindet sich das größte Güterverkehrszentrum in Österreich. 1.100 Frachtschiffe legen jährlich in Wien an und transportieren Container von internationelen Firmen wie DHL oder Schenker, Kühne und Nagel.

Übrigens: Auch in den warmen Monaten geht Kapitän Steindl mit seinem Eisbrecher nicht in Sommerpause, sondern düst über die Donau. Dann muss er allerdings nicht mit Muskelkraft gegen Eisplatten kämpfen, sondern absolviert Besichtigungsfahrten durch die Hafenbecken.

Nicht Minsk, sondern Wien: Die Donau ist unter einer dicken Eisschicht verschwunden.
Weiß statt blau ist zur Zeit die Donau. Die 15 Zentimeter dicke Eisschicht muss vom Wiener Eisbrecher "MS Eisvogel" mühsam gebrochen werden.
Autor:

Maria-Theresia Klenner aus Hietzing

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