Umwelt
Kommt Kahlschlag im Hörndlwald?

Alexander Groh und Andrea Diawara von den Grünen Hietzing wollen die Baumfällungen prüfen lassen.
  • Alexander Groh und Andrea Diawara von den Grünen Hietzing wollen die Baumfällungen prüfen lassen.
  • Foto: Grüne Hietzing
  • hochgeladen von Mathias Kautzky

Im Hietzinger Naherholungsgebiet wurden auffallend viele Bäume gefällt. Die Grünen wollen das nun prüfen.

HIETZING. Meterhoch gestapelt sind die gefällten Baumstämme entlang des Hauptwegs durch den Hörndlwald: So präsentiert sich derzeit das Hietzinger Waldgebiet zwischen der Joseph-Lister-Gasse und der Hermesstraße, das direkt an den Lainzer Tiergarten angrenzt.

Elfriede Warhanek dreht täglich zu Mittag mit ihrem Havaneser Aurelie an der Leine eine ausgedehnte Runde durch den Hörndlwald. "Bäume werden hier alljährlich gefällt. Das hat schon fast Tradition", erklärt sie. "Aber diesen Winter ist es besonders schlimm, da wurde eine richtige Schneise in den Wald geschlagen. Will man aus dem Hörndlwald einen Park machen?"

Bürger wehren sich

Merten Mauritz, Sprecher der Bürgerinitiative "Rettet den Hörndlwald!" hat auf seiner Facebook-Seite Fotos von den Baumfällungen veröffentlicht: "Gesunde 100-jährige Eichen werden unter dem Vorwand der kranken Eschen gefällt – und das jedes Jahr. Was hier in Hietzing vom Forstamt gemacht wird, ist eine mutwillig geplante Zerstörung unseres Lebensraumes – und das auf Kosten der nächsten Generationen."

Alexander Groh und Andrea Diawara von den Hietzinger Grünen machen bei einem Stapel gefällter Eichenstämme einen Lokalaugenschein: "Uns haben Hietzinger Bürger angerufen, die befürchten, dass hier alles kahl geschlagen wird. Baumfällungen gab es hier zwar schon öfter, aber das hat eine ganz neue Dimension. So hoch waren die Holzstöße noch nie", sagt Bezirksrätin Diawara.

Die Fällungen überprüfen

Grünen-Obmann Groh fordert daher eine Überprüfung der Fällungen. "Der Klimawandel hat im vergangenen Sommer eine lange Trockenperiode verursacht, die die Bäume geschwächt hat. Dann haben Pilze und Baumschädlinge leichtes Spiel. Die Lebensdauer der Bäume wird immer kürzer", erklärt er. "Obwohl einige Stämme sichtbar morsch sind, ist zu prüfen, ob derart massive Eingriffe in den Baumbestand sinnvoll sind."

Bezirksvorsteherin-Stellvertreter Christian Gerzabek (ÖVP) nimmt für den Bezirk Stellung: "Aufgrund von Trockenheit sowie durch Schädlingsbefall sind viele Baumfällungen notwendig. Die Bezirksvorstehung ist auf Fachleute angewiesen, die feststellen, ob ein Baum aus Sicherheitsgründen gefällt werden muss."

Der Forstdirektor der Stadt Wien, Andreas Januskovecz, erklärt, dass die gefällten Bäume Mängel aufgewiesen hätten und in der Nähe von Wegen gestanden seien: "Die Bäume wurden als nicht verkehrssicher beurteilt." Es handelt sich laut Januskovecz dabei auch nicht um Rodungen, sondern um erforderliche Sicherheitsmaßnahmen. Ersatzpflanzungen seien nicht notwendig, da sich der Wald selbst erhalte.

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