Neues Wegekonzept für den Hörndlwald
"Trampelpfade" statt Wanderwege

Der Wald soll geschützt werden. Aber dafür muss sich die Stadt vor möglichen Klagen schützen.

HIETZING. Der Hörndlwald ist ein liebenswertes Stück Hietzing und ein lebenswertes Naherholungsgebiet. Ihn zu erhalten, ist wichtig, und so hat Bezirksvorsteherin Silke Kobald (ÖVP) stets bekräftigt: "Die Verbauung des Hörndlwalds wird von mir und einer Mehrheit der Bezirksvertretung entschieden abgelehnt!"

Trotz dieses Bekenntnisses sorgt der Hörndlwald immer wieder für Aufregung unter den Anrainern. Notwendige Fällungen bilden die Grundlage für Verschwörungstheorien und Spekulationen über eine Verbauung. Um diesen Sorgen entgegenzutreten, trafen sich jetzt Vertreter des Bezirks mit engagierten Hietzingern und einer Abordnung der MA49 – Forst- und Landwirtschaft, um die Zukunft des Waldes zu klären.

Der Hörndlwald bleibt

"Ich bin nicht da, um Ihnen den Hörndlwald wegzunehmen", beruhigte der Wiener Forstamtsdirektor Andreas Januskovecz sofort die anwesenden Mitglieder der Bürgerinitiative "Rettet den Hörndlwald", für die schon sein persönliches Erscheinen die Wichtigkeit ihres Anliegens unterstrich. Gleiches gilt für die Vertreter des Bezirks, die ebenfalls vor Ort waren, allen voran die Bezirksvorsteherin, die ihren Standpunkt klarmachte: "Der Erhalt dieses wichtigen Naherholungsraums Hietzings für die Zukunft ist ein wichtiges Anliegen von mir."

Der Weiterbestand des Hörndlwalds scheint also gesichert. Ohne ein paar Veränderungen wird es nicht gehen – und damit ist nicht nur der Wald selbst, sondern eher das Verhalten der hier Erholungssuchenden gemeint.

Sicherheit geht vor

Baumfällungen, die Spaziergängern übertrieben erschienen, wurden von der MA49 in der Vergangenheit oft mit Sicherheits- und Haftungserfordernissen gerechtfertigt. Auf und vor allem neben den markierten Wegen muss ein "Sicherheitskorridor" freigehalten werden, um das Risiko für die Besucher gering zu halten. Das ist die Ausgangslage, die jetzt in Richtung eines neuen Wegekonzeptes führt.

Was wird neu?

Wie es aussieht, bleibt alles beim Alten, manches bekommt nur einen neuen Namen. Neben den offiziellen Wegen sollen ehemals offizielle Spazierwege in Zukunft als "Trampelpfade" ausgewiesen werden. Auf diesen gilt nicht das Forstgesetz, sondern die Eigenverantwortung. Wer diese Pfade benutzt, sollte sich bewusst sein, dass von Bäumen Äste herabfallen können. Darüber kann man sich zwar beklagen, eine Klage hingegen macht keinen Sinn.

Einziger Wermutstropfen: Entlang dieser "Trampelpfade" müssen Bänke entfernt werden. Fehlende Sitzgelegenheiten scheinen ein geringer Preis für den Weiterbestand des herrlichen Waldes zu sein.

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