Gute Nachrichten für Hietzing
Umstrittenes Reha-Zentrum im Hörndlwald kommt nicht

Ein Gruppenfoto mit Bezirksvorsteherin Silke Kobald und der Klubobleute jener Fraktionen (ÖVP, GRÜNE, NEOS, FPÖ), die den Resolutionsantrag in der Bezirksvertretungssitzung am Montag dem 14. Oktober beschlossen haben.
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  • Ein Gruppenfoto mit Bezirksvorsteherin Silke Kobald und der Klubobleute jener Fraktionen (ÖVP, GRÜNE, NEOS, FPÖ), die den Resolutionsantrag in der Bezirksvertretungssitzung am Montag dem 14. Oktober beschlossen haben.
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Der Vertrag mit dem Betreiber wird nicht verlängert. Stadträtin Kathrin Gaál versichert: Widmung als Grünland bleibt.

HIETZING. Der lange Kampf gegen die Verbauung des Hörndlwaldes hat nun mit einem Schulterschluss von ÖVP, FPÖ, Grünen und Neos in der Hietzinger Bezirksvertretungssitzung vom 14. Oktober offensichtlich zu einem Umdenken der Stadtregierung in Bezug auf die kolportierte Verlängerung des Baurechtsvertrages von „Pro Mente“ im Hörndlwald geführt.

Stadträtin Katrin Gaal (Spö) gab am Freitagvormittag bekannt, dass der Baurechtsvertrag nicht verlängert wird. "Der Hörndlwald bleibt grün", versicherte sie. Die bestehende Widmung des Areals als Grünland- und Parkschutzgebiet bleibe aufrecht. "Veränderungen der Widmung sind nicht vorgesehen", beteuerte die Ressortchefin. Die Nicht-Verlängerung des Vertrages wurde damit begründet, dass der Betreiber das Projekt bis jetzt nicht realisiert habe. Darum lasse man den Vertrag auslaufen.

Flächenwidmung vor Änderung?

„Es freut mich sehr, dass Stadträtin Katrin Gaal die Anliegen der Wohnbevölkerung endlich ernst nimmt und den Baurechtsvertrag nicht verlängert. Damit eine Verbauung des Hörndlwaldes jedoch endgültig vom Tisch ist, müssen die als ,besondere Bebauungsbestimmungen‘ gewidmeten Bauflächen aus der Flächenwidmung entfernt werden. Ich hoffe inständig, dass auch bei meinem SPÖ-Stellvertreter die Interessen der Hietzinger Bezirksbevölkerung einen höheren Stellenwert als Buchwerte der Stadt Wien und die Verbauung eines Landschaftsschutzgebietes haben!“, reagiert Bezirksvorsteherin Mag. Silke Kobald am Freitagvormittag.

Von Seiten der SPÖ scheint dem Nichts mehr im Wege zu stehen: „Stadträtin Kathrin Gaál ist mit ihrer Entscheidung, den Bestandsvertrag mit Pro Mente, der am 31. Dezember 2019 ausläuft, nicht zu verlängern, dem vielfachen Wunsch der Bevölkerung nachgekommen. Damit steht fest: Der Hörndlwald bleibt als Naherholungsgebiet erhalten“, betonte der Hietzinger SP-Klubobmann Marcel Höckner. "Mit ihrer Entscheidung habe die Stadträtin gezeigt, dass reifliche Überlegung und Besonnenheit über kurzfristigen Emotionen stehen."

Auch die FPÖ zeigt sich erfreut: „Ein Freudentag für Hietzing“, jubelt Günter Kasal, der bereits 2005, damals mit einer überparteilichen Unterschriftenaktion, erfolgreich gegen Flächenumwidmungen und für die Renaturierung im Hörndlwald kämpfte und dies als Gemeinderat seit vielen Jahren im Rathaus fortsetzte. „SPÖ-Stadträtin Gaal hat eingelenkt und ist dem Willen der  Hietzinger nachgekommen, die sich seit Jahrzehnten für die Unberührtheit des Landschaftsschutzgebietes einsetzten.“ „Nun gilt es Nägel mit Köpfen zu machen und baldigst die bestehenden Bauflächen des ehemaligen Afritsch-Heimes im Rahmen einer neuen Flächenwidmung zu streichen“, fordert Günter Kasal weiter.

Das ist ganz im Sinne der ÖVP. „Ich werde vorschlagen, gemeinsam mit den Klubobleuten von FPÖ, Grünen und Neos einen Resolutionsantrag in der Bezirksvertretungssitzung im Dezember einzubringen, um die besonderen Bebauungsbestimmungen in der Flächenwidmung des Hörndlwaldes aufheben zu lassen. Auch die Spö ist herzlich eingeladen diese Forderung zu unterstützen“, so der Klubobmann der ÖVP Hietzing, Andreas Schöll.

Die Grünen Hietzing freuen sich über den Erhalt des Hörndlwaldes als Grüngebiet. E „Es ist ganz im Sinne des Klimaschutzes, dass Grüngebiete wie der Hörndlwald erhalten bleiben. Wir haben uns daher bei der Bezirksvertretungssitzung vergangene Woche für die Renaturierung des Areals ausgesprochen und freuen uns, dass der Pachtvertrag mit Pro Mente nun nicht verlängert wird“, so der Klubobmann der Grünen Hietzing, Alexander Groh.

Renaturierung gefordert

Das Reha-Zentrum - konkret war eine Burn-Out-Klinik geplant - sollte auf dem Areal des ehemaligen, inzwischen abgerissenen Josef-Afritsch-Jugendwohnheims entstehen. Allerdings hat der Bauwerber bereits vor längerer Zeit beklagt, dass die Verfahren zu lange dauern und angekündigt, dass man sich nach einem anderen Standort umsehen werde. Prinzipiell sei es aber nötig, eine derartige Einrichtung in Naturnähe anzusiedeln, wurde betont.

Anrainer und der Bezirk Hietzing wehren sich jedenfalls seit Jahren gegen die Verbauung. Befürchtet wird unter anderem eine massive Verkehrsbelastung. Die Kritiker fordern eine Renaturierung des Gebiets.

Richtigstellung bezüglich des Girzenberges

Bezüglich einer drohenden Verbauung des Girzenberges sind trotz einer Klarstellung von Bezirksvorsteherin Silke Kobald in der Bezirksvertretungssitzung vom vergangenen Montag dezidierte Falschmeldungen in Umlauf. In einem telefonischen Interview wurde von Bezirksvorsteherin Silke Kobald der erforderliche Ausbau des Kindergartens am Girzenberg fälschlich als möglicher Abtausch von Baugründen neben dem Kindergarten am Girzenberg wiedergegeben.

Autor:

Ernst Georg Berger aus Hernals

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