Belästigung in der U4: Der "Bierkavalier" wird laut

Der sogenannte "Bierkavalier" ist wieder unterwegs. In der U4 spricht oder schreit er Frauen an.
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  • Foto: Wiener Linien/Thomas Jantzen
  • hochgeladen von Elisabeth Schwenter

Seit Jahren fragt ein Mann in der U4 Frauen, ob sie mit ihm auf ein Bier gehen. Jetzt wird er aggressiver.

HIETZING. Er fährt meistens mit der U4 und fragt Frauen, ob sie mit ihm ein Bier trinken gehen wollen. Der sogenannte "Bierkavalier" ist vielen ein Begriff. Doch ein Kavalier ist er nicht. Der Mann ist seit Jahren in Wien unterwegs und meistens hört er auf seine direkte Frage ein erschrockenes oder genervtes "Nein". 

Einige Zeit war es ruhig um ihn, doch seit ein paar Wochen scheint der Mann wieder unterwegs zu sein - und seine Strategie geändert zu haben. "Vorsicht! Der verrückte Mann, der jede Frau auf ein Bier einlädt, ist wieder in der U4 unterwegs!", schreibt eine Userin auf Facebook in einer Gruppe aus Hietzing. Und weiter: "Wenn er nur wieder um ein Bier-Date bittet, geht es. Den kennen wir leider sehr ungut und auch aggressiv". Offenbar, so liest man in der Gruppe, schreit der Mann mittlerweile Frauen an. Die Warnungen sind ein paar Wochen alt. Und werden von anderen Frauen bestätigt.

Wird der Mann in der U4 immer aggressiver?

"Er hat leider unter anderem meine beste Freundin fürchterlich wüst beschimpft, weil sie - seiner Meinung nach - ausländisch aussieht", erzählt Magda L. in derselben Gruppe. Darauf hin habe sie auch eine Warnung in diverse Gruppen geschrieben, dass Frau vielleicht nicht ganz so überrascht ist. "Und da haben ein paar Damen auch gemeint, dass sie schon auf ähnliche Weise Bekanntschaft gemacht haben."

Was tun, wenn der "Bierkavalier" schreit?

In der U4 Station Hietzing wissen die Mitarbeiter der Wiener Linien über das Problem Bescheid. Alle zwei bis drei Wochen wenden sich weibliche Fahrgäste direkt an sie, um sich über den Mann zu beschweren. Die Wiener Linien verständigen dann die Security. Doch bis die vor Ort ist, ist der Mann meistens schon über alle Berge. Auch die Polizei nimmt den Vorfall auf, ist aber meistens nicht direkt vor Ort. Bei der Infostelle der Wiener Linien am Karlsplatz empfiehlt man, direkt in der U-Bahn den Notrufschalter zu betätigen. Dann spricht man mit dem Zugfahrer, der in der Station nach dem Rechten schauen kann. Außerdem gibt es die Kundenhotline der Wiener Linien, die die Vorfälle dokumentiert.

Wie sollen Frauen reagieren?

Ob der Mann eine psychische Krankheit hat, sei laut Aussage des Psychosozialen Dienstes der Stadt Wien (PSD), als Ferndiagnose nicht zu sagen. Die Wiener Linien und die Psychologen des PSD sind sich jedenfalls einig, dass Frauen dem Mann gegenüber nicht unfreundlich oder laut werden sollten. "Wenn man sich bedroht fühlt, kann man eigentlich eh nur mit der Polizei drohen oder sie eben auch holen", heißt es vom PSD. Je öfter das passiert, desto eher müsse die Polizei dann auch handeln.

Autor:

Elisabeth Schwenter aus Penzing

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