27.03.2017, 11:30 Uhr

Neue Idee für die Orthopädie Gersthof: Ein Wohnheim für Jung und Alt

Hinter dem denkmalgeschützten Krankenhausgebäude erstreckt sich ein kleiner Park. Auf zumindest einem Teil davon dürfte gebaut werden.

Die Grünen Hernals legen einen neuen Vorschlag für die Nachnutzung des Krankenhauses Gersthof vor.

HERNALS/WÄHRING. Das Orthopädische Krankenhaus Gersthof – sein Eingang liegt in Währing, der Großteil des Areals aber in Hernals – wird, wie berichtet, in den nächsten Jahren ins Krankenhaus Nord umziehen. Für das Areal, das dann leer stehen wird, wird im Moment nach weiteren Nutzungsmöglichkeiten gesucht.

Dass ein Verkauf zwar nicht erwünscht, aber von ihnen auch nicht auszuschließen sei, da die Entscheidung nicht in ihren Händen liege, haben sowohl die Bezirksvorsteherin von Hernals, Ilse Pfeffer (SPÖ), als auch jene von Währing, Silvia Nossek (Grüne), bestätigt.

Jetzt lassen die Hernalser Grünen mit einem neuen Vorschlag aufhorchen: In das Gebäude des jetzigen Krankenhauses soll, wenn es nach ihnen geht, ein gemischtes Wohnheim einziehen. Dadurch würde leistbarer Wohnraum geschaffen, der in Wien dringend benötigt werde.

Unter einem gemischten Wohnheim verstehen die Grünen ein Aufeinandertreffen der Generationen: Zwischen Jung und Alt soll dort ein Austausch stattfinden. "Ich habe das bei meinen eigenen Eltern beobachtet. Für sie ist ihre derzeitige Wohnung viel zu groß", meint der Klubvorsitzende der Hernalser Grünen, Sepp Neustifter. Durch kleinere Wohneinheiten zu einem entsprechend niedrigeren Preis soll das Gebäude vor allem für Studenten, Jugendliche und Senioren interessant sein.

Grünraum und gute Lage

Die Lage wäre für künftige Mieterinnen und Mieter jedenfalls sehr gut. Das Krankenhaus bietet zudem mit einem eigenen kleinen Park direkt vor der Tür eine Grünfläche. Dadurch wäre ein großer Vorteil für die älteren Bewohner geschaffen. Deshalb ist Neustifter auch wichtig, dass es auf dem Gelände keine Neubauten geben soll, auch wenn ein Teil des unverbauten Areals als Wohngebiet gewidmet ist.

Für die jüngeren Bewohner wäre auch die öffentliche Anbindung attraktiv: Man braucht zur S-Bahn-Station Gersthof nur wenige Gehminuten und die Universität für Bodenkultur ist in unmittelbarer Nähe.

Reichlich Platz für Kultur sieht Neustifter ebenfalls: In der denkmalgeschützten Eingangshalle könne man kleine Kulturpräsentationen organisieren. So könne ein Ort der Begegnung entstehen.

Warten auf Prüfung

Der Vorschlag der Grünen wurde von der Bezirksvertretung des 17. Bezirks angenommen. Auch im 18. Bezirk ist man nicht abgeneigt. Bezirkschefin Silvia Nossek: "Man sollte das weiterverfolgen, schließlich würde das der Allgemeinheit zugutekommen." Die Idee wurde bei Stadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) deponiert und wartet auf die Prüfung.

Hintergrund:

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