12.09.2017, 10:47 Uhr

Villa Beer in Hietzing: Zukunft noch ungewiss, Verfall des Hauses oder Öffentlichkeits-Konzept?

Villa Beer
Wien: Villa Beer | Nachdem der sich über acht Jahre hinziehende Gerichtsstreit nun für den Eigentümer positiv ausging, plant der private Investor und eigenständige Unternehmer, die Villa in der Wenzgasse in Hietzing öffentlich zu machen. Ein Zentrum mit Ausstellungen, Ateliers und Veranstaltungsräumen soll es werden.

Derzeit ist die Liegenschaft eher dem Verfall preisgegeben. Der Garten wirkt noch nicht zu sehr verwildert, doch beim Gebäude sind zahlreiche bauliche Mängel festzustellen. Seit 1987 steht die Villa Beer unter Denkmalschutz. Es wurden Sanierungsmaßnahmen ergriffen. Das seit jeher problematische Flachdach wurde abgedichtet und saniert, die Fassade restauriert, ein Wasserschaden behoben, der Putz erneuert. Die Villa Beer, vom Architekten und Designer Josef Frank 1929 bis 1931 für den Gummi-Fabrikanten Julius Beer und seine Gattin Margarete errichtet, umfasst 800 m2  und Park mit Swimmingpool. Frank, der Outsider baute so, wie es keinem Stil entsprach. Runde Fenster und quadratische Fenster, jede Türe in anderer Größe, Balkone und Terrassen mit eigener Tiefe, nichts symmetrisch. Dennoch wird das Bauwerk von führenden Architekten als wichtiger Bau der europäischen Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts eingestuft und gilt als Vorzeigebauwerk moderner Architektur. Darum erstellte das Architekturzentrum Wien im Zuge der Kaufverhandlungen 2005 ein „Öffentlichkeits-Konzept“.
    
Laut Martina Frühwirt ist das Haus Beer neben dem Haus Moller von Adolf Loos die bedeutendste Wiener Architekturschöpfung im Bereich des privaten Wohnbaus der zwanziger und dreißiger Jahre. Man wird sehen, wie es mit der Villa Beer weitergeht. © Peter Markl
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