Aus für die tägliche Turnstunde?

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BEZIRK (jm). Die jahrelang geforderte tägliche Turnstunde wurde seit Herbst 2017 unter anderen im Bezirk Hollabrunn als Pilotprojekt geführt. An diesen Schulen gab es fünf Bewegungseinheiten pro Woche, die Finanzierung dieses Projektes erfolgte durch das Sportministerium. Nach den Plänen der „alten“ Regierung sollte die tägliche Turnstunde ab September 2018 an allen NÖ Schulen eingeführt werden, doch daraus wird nun nichts.Kein Geld für Bewegungscoaches
„Die Idee der täglichen Turnstunde finde ich für gut. Es gibt aber dafür zu wenig Geld, weil sich die zuständigen Ministerien immer mehr zurückgezogen haben“, erklärt Helmut Ertl, Vorsitzender des Zentralausschusses der NÖ Pflichtschullehrer. In den NMS kommt im September das Aus für Bewegungscoaches, in den Volksschulen wird das Projekt auf Sparflamme weitergeführt. „Das passiert aber nicht flächendeckend, sondern auf freiwilliger Basis“, so Ertl. Seiner Meinung nach sei das Pilotprojekt sehr halbherzig angegangen worden und war so von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Eigene Modelle gefragt

Der Hollabrunner NMS-Direktor Bernhard Aschinger war bereits vor einem Jahr sehr skeptisch gegenüber diesem Pilotprojekt, hat bewusst nicht mitgemacht, sondern ein eigenes Schulmodell ohne Bewegungscoaches entwickelt, das er im Herbst unverändert weiterführen wird. „Ich wollte den SchülerInnen nicht etwas geben, was ich ihnen ein Jahr später wieder hätte nehmen müssen“, begründet der erfahrene Pädagoge sein Modell. „Wir haben im Stundenplan vier Unterrichtseinheiten Sport und Bewegung, eine fünfte ist integrativ, das heißt, Bewegung in der Klasse oder in der Pausenhalle über die Woche verteilt.“ Neu ab Herbst ist die Sportklasse an der NMS Hollabrunn, in der es sieben Stunden „Turnen“ geben wird.

Sportvereine in Schulen

Was an Positivem vom gescheiterten Pilotprojekt bleibt: In den NMS des Bezirks hat sich eine rege Zusammenarbeit mit Sportvereinen entwickelt, die weiterhin ausgebaut werden soll. Die Vereine stellen sich in den Turnstunden vor und laden interessierte SchülerInnen zum Training in ihre Vereine ein.

Kinder gesund bewegen

Den Volksschulen stehen weiterhin Bewegungscoaches zur Verfügung. VD Susanne Zlöbl (Retz): „Die tägliche Turnstunde hat bei den Eltern 100-prozentige Zustimmung gefunden, sie wird daher in den ersten beiden Klassen weitergeführt.“ In Hollabrunn hat sich VD Gabriele Mattes für die alternative Form „Kinder gesund bewegen“ entschieden. In den vier ersten Klassen kommt ein Bewegungscoach in die Schule, der die Turnstunde mit der Klassenlehrerin hält.

Kinder wollen sich bewegen, in den Pflichtschulen fehlen dafür aber Geld, gesetzliche Rahmenbedingungen und Infrastruktur. 	                         Foto: jm
Autor:

Alexandra Goll aus Hollabrunn

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