Bezirk Hollabrunn rettet Nikolaus

Ladi Strus, Pfarrmoderator Zellerndorf.                                       Foto: jm
  • Ladi Strus, Pfarrmoderator Zellerndorf. Foto: jm
  • hochgeladen von Alexandra Goll

BEZIRK (ag/jm). Wintermarkt statt Christkindlmarkt, Lichterlfest statt Martinsfeier. Religiöse Bräuche stehen immer öfter im Zentrum der Kritik. Besonders an Schulen und Kindergärten sorgt das Thema für Aufregung. Wir haben Politiker, Pfarrer und eine Kindergartenleiterin im Bezirk Hollabrunn befragt, ob der Nikolaus „Hausverbot“ bekommt oder weiter Geschenke bringen darf.Der Bürgermeister von Retz, Helmut Koch, ist überzeugt, dass gerade religiöse Werte den Kindern vermittelt werden sollen: „Die Nikolausfeier im Kindergarten ist ein christliches Brauchtumsfest. Das wurde in Retz schon immer gefeiert und das wird auch in Zukunft so sein.“
Für den Zellerndorfer Bgm. Markus Baier steht die Freude der Kinder bei einer Nikolausfeier im Vordergrund: „Die Kinder freuen sich, wenn der Nikolaus zu ihnen kommt, ihnen erzählt und kleine Geschenke verteilt. Bildung und Religion gehören zusammen und sollen den Kindern vermittelt werden.“
Was jeder dann im Erwachsenenalter aus diesen Traditionen und dem Glauben macht, können die Menschen dann ohnedies selbst entscheiden. Ganz bewusst verkleidet sich der Pfarrer von Zellerndorf Ladi Strus vor den Kindern zum Nikolaus: „Ich komme in Zivilkleidung in den Kindergarten, es herrscht immer eine sehr positive Stimmung, die Kinder freuen sich. Dann verkleide ich mich vor den Kindern als Bischof Nikolaus und erzähle ihnen, was er Gutes getan hat. Die Kinder wurden von den Pädagoginnen vorbereitet, sagen ein Gedicht auf und es ist ein Fest für alle.“
Für die Kindergartenleiterin des Kindergartens Robert Löfflerstraße in Hollabrunn, Judith Paul, sind die religiösen Feste ein wichtiges Brauchtum, worauf sich die Kinder sehr freuen: „Wir haben auch Kinder anderer Kulturen. Alle Eltern werden darüber informiert und sie hätten die Möglichkeit, ihr Kind von Festen auszunehmen, was allerdings noch nie vorkam. Unser Bildungsauftrag umfasst religiöse, gesellschaftliche und ethische Werte!“

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