Baulandmobilisierung in Hollabrunn jetzt umsetzen
Comeback von Gemeindewohnungen

Gemeinderat Peter Tauschitz setzt sich für ein Weiterentwicklung in der Siedlungspolitik ein, denn großflächige neue Siedlungsgebiete wie hier in Breitenwaida werden zukünftig nur
mehr schwer zu realisieren sein.
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  • Gemeinderat Peter Tauschitz setzt sich für ein Weiterentwicklung in der Siedlungspolitik ein, denn großflächige neue Siedlungsgebiete wie hier in Breitenwaida werden zukünftig nur
    mehr schwer zu realisieren sein.
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Gemeinde will unbewohnte Altbauten kaufen, sanieren oder abreißen und einer neuen Wohnnutzung zuführen. So könnte eine Zersiedelung in der Stadt und den Katastralgemeinden reduziert werden.

HOLLABRUNN. Hollabrunn wächst – was überall im Gemeindegebiet sichtbar ist, zukünftig so aber nicht mehr möglich sein wird. Die kürzlich geänderten rechtlichen Vorgaben des Landes zur Raumordnung schieben dem scheinbar unstillbaren Verlangen nach neuem Bauland einen Riegel vor. Zu Recht, wie Stadtrat Wolfgang Scharinger erläutert, schließlich ist Grund und Boden ein nicht vermehrbares Gut und die Auswirkungen der Bodenversiegelung haben weitreichende Folgen für uns alle. Und die Umwidmung von Grünflächen im Stadtgebiet ist auch eine sehr kurzfristig gedachte und kritikbehaftete Lösung um neues Bauland zu schaffen, wie das Beispiel des ehemaligen Pfadfindergeländes in der Robert Löffler Straße zeigt.

Abbruchprämie zeigt wenig Wirkung

Auch die vor über einem Jahr beschlossene Abbruchprämie zur Baulandmobilisierung, die Bauwerber bei Abbruch eine Altbaus und gleichzeitiger Neuerrichtung eine Neubaus beantragen können, zeigt keine große Wirkung. Lediglich eine handvoll Förderweber haben diese Förderung bisher in Anspruch genommen.

Altbauten erwerben

"Wir setzen uns dafür ein, in der Stadtgemeinde Hollabrunn endlich neue Wege in der Bodenpolitik einzuschlagen. Statt weiterhin die überall sichtbare Vernichtung von Agrarflächen in den Randgebieten unserer Stadt und den Ortschaften fortzusetzen müssen wir uns auf die bereits vorhandene Infrastruktur konzentrieren", so Scharinger. Ungenutzte Gebäude in den Ortskernen seien ein enormes Potential in der Baulandmobilisierung. "Unser Ziel ist es, als Gemeinde verstärkt bestehende, ungenutzte Altbauten zu erwerben und diese, je nach Zustand zu sanieren oder abzubrechen und so einer neuen Wohnnutzung zuzuführen", erklärt Liste Scharinger Gemeinderat Peter Tauschitz. Das geschah laut Bürgermeister Alfred Babinsky bereits bisher: "Wenn leerstehende Gebäude in den Ortszentren unserer Katastralgemeinden zum Verkauf stehen und dieses bekannt wird, werden schon bisher die Liegenschaften auf ihre Verwertbarkeit geprüft und wenn Interesse besteht auch ein Kaufanbot an den jeweiligen Liegenschaftseigentümer gerichtet."

Ein Beispiel gibt es schon

Was vielleicht nach Utopie klingt, wurde durch die Stadtgemeinde bereits gemacht, beispielweise ist der neue Parkplatz in der Mühlgasse in Hollabrunn auf diese Weise entstanden. "Als Gemeinde müssen wir selbst an unsere Bürger herantreten. Sei es durch Bewusstseinschaffung für das Thema Bodenpolitik als auch durch konkrete Kaufangebote. Und auch die Bürger selbst sind hier in die Pflicht zu nehmen, denn  unsere Ortschaften werden zunehmend zersiedelt, sodass in den Ortskernen unbewohnte Ruinen stehen und neue Häuser am Ortsrand entstehen. Für die Abwicklung schlagen wir vor, hier die KommReal in die Pflicht zu nehmen", hätte Scharinger schon die geeignete Lösung.

Gemeinde ist kein Bauträger

"Die KommReal Hollabrunn GmbH verwertete schon bisher nicht nur Liegenschaftsflächen für die Schaffung von privaten Wohnbauten und zu Betriebsansiedelungen sondern hat auch Gebäude in ihrem Bestand, welche saniert und für die optimale Nutzbarkeit der Mieter (z.B. Mittelschule, Polytechnische Schule und Musikschule in Hollabrunn bzw. der SPAR-Markt in Breitenwaida zur einzigen Nahversorgereinrichtung für unsere südliche Katastralgemeinden) umgebaut wurden. Mit der Ausführung wurden und werden dazu lokale Betriebe betraut", erklärte der Geschäftsführer der KommReal Günter Schnötzinger.

Keine Aufschließung nötig

Die Kosten für die Aufschließung (wie Wasser, Kanal, Straße aber auch Kindergarten- und Schulpätze) die bei neuen Siedlungen enorme finanzielle Belastungen für die Stadtgemeinde bedeuten, würde bei der Nutzung von bereits vorhandenem Objekten wegfallen.

Vorzug für Sanierung von Altbauten

Sanierungen von Altbauten möchte die Liste Scharinger deshalb den Vorzug geben, um das Stadt- und Ortsbild, dass derzeit an allen Stellen vorrangig durch großvolumigen Wohnungsbau nachhaltig verändert wird, zumindest teilweise für die Nachwelt zu erhalten.

"Sowohl die Stadtgemeinde Hollabrunn als auch die KommReal Hollabrunn GmbH werden weiterhin versuchen leerstehende, verfügbare und leistbare Liegenschaften zu erwerben um diese zu verwerten, das Ortsbild entsprechend zu wahren und die Bodenversiegelung zu begrenzen", erklärt Stadtchef Babinsky.

Gemeinderat Peter Tauschitz setzt sich für ein Weiterentwicklung in der Siedlungspolitik ein, denn großflächige neue Siedlungsgebiete wie hier in Breitenwaida werden zukünftig nur
mehr schwer zu realisieren sein.
Bürgermeister von Hollabrunn Alfred Babinsky.

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