Gibt es ein Leben ohne Handy?

Wissenschaftler sprechen bereits von „Head down generation“. Unter einem Smartphone-Nacken leiden viele Handynutzer.
  • Wissenschaftler sprechen bereits von „Head down generation“. Unter einem Smartphone-Nacken leiden viele Handynutzer.
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  • hochgeladen von Martin Rainer

BEZIRK (jm). Jugendliche verbringen täglich zwei bis drei Stunden am Smartphone, um sich bei Facebook oder Whatsapp auszutauschen. Das besagt eine Studie, die im PAL Ratgeber Verlag ver-öffentlicht wurde. Eine exzessive Nutzung des Smartphones kann aber massive negative Auswirkungen auf Körper und Psyche haben.„Head down generation“
Wissenschaftler sprechen bereits von einer „Head down generation“ (= Kopf unten Generation). Um auf dem kleinen Bildschirm alles genau erkennen und eintippen zu können, muss man den Kopf nach vorne senken, die Schultern hängen lassen und konzentriert auf den Bildschirm blicken. Verspannungen im Nacken, Kopfschmerzen, Sehnenscheidenentzündung und eine Beeinträchtigung der Lungenfunktion sind die Folgen.

Psychische Abhängigkeiten

Manche geraten in Panik, wenn sie kein Handy zur Hand haben oder der Akku leer ist. Sie wollen unbedingt erreichbar sein und müssen immer wissen, was aktuell passiert. Menschen machen ihr Selbstwertgefühl davon abhängig, ob andere ihre Mails beantworten und leiden unter Ängsten und Depressionen, wenn sie nicht „gefragt“ sind.

Handys in der Schule

„In der vierten Klasse Volksschule hat jedes zweite Kind ein Handy“, berichtet VD Helga Leidenfrost von ihren Schulen in Maissau, Ravelsbach und Mühlbach. „Laut Schulordnung dürfen sie nur in Ausnahmefällen, wenn die Abholung von der Schule mit den Eltern vereinbart werden muss, in der Schultasche mitgenommen und auf lautlos geschaltet werden.“ In der NMS Göllersdorf gibt es in der vierten Klasse kaum ein Kind, das kein Handy hat.
„Sie bleiben im Spind versperrt, sind auf lautlos, können aber mit dem Lehrer aus dem Spind geholt und im Unterricht eingesetzt werden, wenn es beispielsweise passende Apps für bestimmte Aufgaben gibt“, so Direktorin Maria Graf.

Leben ohne Handy?

In einer Blitzumfrage, an der sich 20 Jugendliche und Erwachsene beteiligten, wollten die Bezirksblätter wissen, inwieweit es bei den Befragten auch ein Leben ohne Handy gibt. 18 telefonieren mit einem Smartphone, nur zwei verwenden ein einfaches Handy. Einige können aus beruflichen Gründen maximal 6 Stunden darauf verzichten, manche kommen auch einige Tage ohne Handy aus.

Handy am Steuer

Seit 9. Juni 2016 gilt aufgrund der 32. KFG-Novelle ein verschärftes Handyverbot am Steuer. Das Telefonieren während der Fahrt, das betrifft sowohl das Annehmen eines Telefonates als auch das aktive Anrufen, ist nur mit Benützung einer Freisprecheinrichtung zulässig. Wer während des Fahrens ohne Freisprecheinrichtung telefoniert, wird mit einem Organmandat von 50 Euro bestraft.

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