Kulturlandschaft ist in Gefahr

Die Initiative mit Alfred Komarek, Karl Hohenlohe, Alexander Ipp und Hannes Weitschacher.Foto: Josef Messirek
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Der Treffpunkt der Initiative Pro Pulkautal & Retzer Land war nicht von ungefähr die Retzer Windmühle. Ging es doch um die geplante Errichtung von dreißig 200 Meter hohen Windrädern zwischen Immendorf und Zellerndorf, welche die Initiative verhindern will. Alexander Ipp, der zum Treffen eingeladen hatte, stellte in seinen Begrüßungsworten eines klar: „Wir sind keine Initiative gegen Windkraft oder erneuerbare Energie, sondern für den Erhalt unserer schönen Heimat.“

Prominente am Wort
Es ist unbestritten, dass bei der Auswahl des Urlaubsortes die Landschaft der entscheidende Faktor ist. Für den Schriftsteller Alfred Komarek ist das Pulkautal und für den Journalisten Karl Hohenlohe Guntersdorf zur zweiten Heimat geworden. Sie sind sich einig: „Die unberührte Landschaft hat die größte Faszination auf uns ausgeübt.“ Leider gäbe es hier noch viele Menschen, die sich der Schönheit der Landschaft gar nicht bewusst sind. In Richtung Windräder wird Hohenlohe noch deutlicher: „Für mich sind die geplanten Windräder eine Schändung der Landschaft!“ Die Errichtung von derart kolossalen Windrädern wurde von den Teilnehmern als unverantwortliche Zerstörung des Landschaftsbildes gebrandmarkt. Ein Höhenvergleich: Retzer Windmühle: 12 m, bestehendes Windrad in Wullersdorf: 90 m, geplante Windräder: 200 m.
Martin Gartler aus Untermarkersdorf dazu: „Viele haben sich einreden lassen, dass Windstrom ökologisch ist und unsere Umwelt schont.“ Experten seien aber davon überzeugt, dass Energie aus Windkraft, die nur „zufällig“ zur Verfügung steht, unser Stromnetz gefährde und durch die Ökostromverordnung zu höheren Strompreisen führe. Wer das große Geschäft mit den Windrädern macht, seien die Betreiber. Den Bürgermeistern werde das große Geld versprochen – pro Windrad € 12.000,-. Bezahlt wird diese „Förderung“ allerdings mit dem Ökostrompreis, also von uns allen.
Die Abwägung von Nutzen und Schaden fällt für Komarek eindeutig aus: „Wenige haben einen Nutzen, aber viele nehmen großen Schaden.“ Die Initiative beschloss, vom Einspruchsrecht bei der NÖ Landesregierung Gebrauch zu machen und die Bevölkerung auf die Einspruchsfrist – 14.02.2014 – hinzuweisen.
Zur Sache:
Vizebgm. Karl Burkert stellte den Fünf-Gefahren-Katalog einer Grazer Forschergruppe vor:
1. Die Wertschöpfung aus Tourismus und Weinwirtschaft wird empfindlich gestört.
2. Die Region verliert mit der zerstörten Landschaft den größten Wettbewerbsvorteil.
3. Durch Windräder werden keine Arbeitsplätze geschaffen, sie sind vielmehr im Tourismus und in der Gastronomie gefährdet.
4. Die Abwanderungstendenz nimmt zu.
5. Geschützte Vogelarten wie die Trappen sind - neben den Stromleitungen - einem zusätzlichen Risiko ausgesetzt.

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