Schranken nervt Autofahrer

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ZELLERNDORF/RETZ (jm). Seit Oktober 2007 wird der gesamte Zugverkehr im nördlichen Abschnitt der Nordwestbahn bis Sierndorf vom Bahnhof in Retz gesteuert. Ein bis drei Fahrdienstleiter versehen rund um die Uhr ihren Dienst am Elektronischen Stellwerk, insgesamt neun Fahrdienstleitern bietet der Bahnhof Retz einen Arbeitsplatz.
Die Arbeitsbereiche von ehemals sechs Bahnhöfen im Bezirk Hollabrunn wurden übernommen: Zellerndorf, Guntersdorf, Hetzmannsdorf-Wullersdorf, Hollabrunn, Göllersdorf und Sierndorf. Die Bezirksblätter sprachen mit Bahnhofsvorstand „Betriebsmanager“ Rudolf Hammerschmid.
Welche Aufgaben umfasst die Steuerung des Zugverkehrs in diesem großen Abschnitt?
Hammerschmid:
„Die Fahrdienstleiter stellen alle Weichen und Signale und bedienen auch die Bahnschranken, sofern diese nicht zuggeschaltet sind. Wenn es wirklich erforderlich ist, geben sie auch Informationen, die den Zugverkehr betreffen, an die Reisenden via Lautsprecher weiter.“
Viele Autofahrern beschweren sich, dass sie so lange vor dem Bahnschranken warten müssen wenn ein Zug aus Retz kommt. Ließe sich die Schließzeit der Bahnschranken nicht verkürzen?
„Die Bahnschranken sind nicht länger zu, als es die Sicherheit und die Pünktlichkeit der Personen erfordern. Wir sind gemäß Vorschriften verpflichtet, einen Schranken, der in der Fahrstraße eines Zuges liegt, zu schließen, bevor das Signal auf ‚Frei‘ gestellt wird. Im Fall des Zellerndorfer Bahnschrankens heißt das: Wenn der aus Richtung Retz kommende Zug noch knapp zwei Kilometer vom Schranken entfernt ist, muss dieser Bahnübergang geschlossen werden, sodass hier drei Minuten Wartezeit entstehen.“
Was wäre denn der „Preis“ für ein späteres Schließen des Schrankens?
„Der Lokführer sähe das Vorsignal in Stellung ‚Vorsicht‘ und müsste den Zug sofort herunterbremsen. Das würde zu erheblichen Verspätungen führen, wenn man bedenkt, dass unsere Züge in manchen Streckenabschnitten mit 120 km/h unterwegs sind. Außerdem wäre es unverantwortlich gegenüber den Reisenden, die ein Recht auf pünktliche Züge haben.“
Wie lange sind Bahnschranken durchschnittlich geschlossen?
„Laut unseren Erhebungen beträgt die Schließdauer von den fahrstraßengeschalteten Schranken rund zwei Minuten, bei zuggesteuerten Schranken jedoch nur bis zu 60 Sekunden. Es ist aber auch ein bekanntes Phänomen, dass dem Wartenden, der noch dazu in Eile ist, die Zeit vor dem Schranken subjektiv viel länger vorkommt.“

Autor:

Alexandra Goll aus Hollabrunn

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