22.03.2017, 09:00 Uhr

€ 200,- Strafe für glatten Gehweg

Bezirksrichter Dr. Erhard Neubauer. Foto: Archiv

Fußgängerin brach sich das Sprunggelenk - nun muss Besitzer zahlen.

(ag). Zu verhandeln gab es kürzlich am Bezirksgericht Hollabrunn eine fahrlässige schwere Körperverletzung wegen Verletzung der Streupflicht im Winter.

Am 24. Dezember ausgerutscht

Eine Maissauerin ging am Vormittag des heiligen Abends zu Fuß einkaufen und rutschte vor dem Tor des Angeklagten, wo nicht gestreut oder gesalzen war (laut Aussage der Verletzten), aus.
Ein vorbeifahrender Autofahrer kam der Frau zuhilfe und begleitete sie bis zu einer Sitzgelegenheit, wo die Verletzte ihren Gatten anrief, der sie dann abholte. Die Frau geht an dieser Stelle tagtäglich und bemerkte schon in den letzten Jahren einen schlecht oder gar nicht geräumten Gehsteig.

Einkäufe getätigt

Aufgrund der bevorstehenden Weihnachtsfeiertage mussten noch Einkäufe getätigt werden, wo sie mit Unterstützung ihres Gatten in zwei Geschäfte begleitet wurde.

Schmerzen unerträglich

Zuhause angekommen, waren die Schmerzen unerträglich, weshalb sie ihr Mann ins Krankenhaus führte. Dort wurde ein Bruch des Sprunggelenkes diagnostiziert. Bei der Verhandlung gab es Fotomaterial, wo die Frau eindeutig einzeichnete, wo der Vorfall passierte.
Die Staatsanwaltschaft veranschlagte eine Geldbuße von € 2.000,-, was dem Richter Erhard Neubauer zu hoch vorkam, und er schlug dem Angeklagten 200,- und eine Probezeit von 2 Jahren vor, der dies annahm.

Kontakt zu Versicherung

Er riet der Klägerin, Kontakt mit einem Anwalt aufzunehmen, um zu versuchen, von der Versicherung Schmerzensgeld zu erhalten.
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