06.12.2017, 10:00 Uhr

Benotung feiert ein Comeback!

Mit Ziffernnoten im Zeugnis sind Leistungen vergleichbar, was bei verbalen Formulierungen schwer möglich war. Foto: Josef Messirek

Ziffernbenotung in der Volksschule und Verbleiben der Sonderschulen werden begrüßt.

BEZIRK (jm). Die Rückkehr zur Ziffernbenotung begrüßt Volksschuldirektorin Helga Leidenfrost für die Volksschule in Maissau, Ravelsbach und Hohenwarth-Mühlbach: „Wir haben in den letzten sieben Jahren immer Noten gehabt, es gab keine verbale Beurteilung, weil sie von den Eltern so nie gewünscht wurde.“ Die Benotungsfrage war jedes Jahr im Klassen- bzw. Schulforum von den Eltern so entschieden worden. Auch an der Volksschule Haugsdorf haben sich die Eltern für die Ziffernbenotung entschieden, wie Volksschuldirektorin Roswitha Zlabinger erklärt. „Sie kennen sich damit besser aus, und in der 1. Klasse gibt es zusätzlich den Lernzielkatalog“, so die erfahrene Pädagogin.

Ziffernbenotung besser

Die Haugsdorfer VS-Lehrerin Petra Schöllauf spricht das aus, was auch die Erfahrung der meisten Eltern ist: „Die Leistungen der SchülerInnen werden durch Ziffernnoten besser ausgedrückt und sind vergleichbarer.“ Darüber hinaus soll ein Leistungskatalog informieren, wo sich das Kind verbessern kann bzw. muss.
In der Volksschule Haugsdorf gibt es noch angeschlossene Sonderschulklassen und VD Zlabinger freut sich über die Zusage, dass die Sonderschule bleiben wird. „Organisatorisch wäre es wünschenswert, wenn die ASO-Oberstufe (= 10 bis 14-Jährige) an eine NMS gekoppelt wäre“, schlägt Zlabinger vor. Volksschuldirektorin Helga Leidenfrost: „Mein Herz hat geblutet, als vor vier Jahren die Sonderschule aufgelöst wurde. Die SchülerInnen mit besonderen Bedürfnissen brauchen eine Schule vor Ort.“

Kein „Fünfertrauma“ mehr

Die siebenstufige Notenskala, die es seit neun Jahren in der 3. und 4. Klasse NMS gibt, soll wieder abgeschafft werden. „Schwierigkeiten damit hatten vor allem die Eltern und älteren KollegInnen“, so der Pulkauer NMS-Lehrer Franz Kraus, der aber das siebenstufige System in den beiden Klassen durchaus befürwortet, weil damit der Fünfer in der NMS abgeschafft war. SchülerInnen, die eine weiterführende Schule besuchten und dort einen Fünfer bekamen, brauchten zur Verarbeitung des „Fünfertraumas“ – so bezeichnete es der Direktor einer höheren Schule – oft bis Weihnachten.

Lehrervertretung für Noten

Helmut Ertl, Vorsitzender des Zentralausschusses der NÖ Pflichtschullehrer, sieht die Vorhaben der Personalvertretung in den geplanten Änderungen bestätigt: „Ich habe immer gesagt, dass das siebenstufige Notensys-tem in der NMS ein Wahnsinn ist“, so Ertl.
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