22.11.2016, 08:00 Uhr

Demenz erfordert viel Verständnis

Demenzbeauftragte des Hilfswerks, Andrea Ramach, im Interview mit Alexandra Goll von den Bezirksblättern Hollabrunn. Foto: maku

Diese unheilbare Krankheit ist so unterschiedlich wie die Menschen.

BEZIRK (ag). Nahezu in jeder Familie gibt oder gab es bereits Angehörige mit Demenz. Laut einer Statistik gibt es derzeit in Österreich 100.000 Erkrankte, zu rechnen ist 2050 mit 230.000 Fällen. Meist schleicht sich diese Erkrankung sehr langsam in den Alltag von Betroffenen. Die Bezirksblätter Hollabrunn sprachen mit der Demenzbeauftragten für den Bezirk Hollabrunn des Hilfswerks NÖ, Andrea Ramach: „Grundsätzlich gibt es drei Stadien dieser umfangreichen Erkrankung. Zuerst kommt die Vergesslichkeit, die die Leute verbergen und Ausreden erfinden. Der Alltag ist noch gut selbst zu bewältigen. Dann bemerkt es auch die Familie, und der Alltag wird schwieriger. Im 3. Stadiun ist der Alltag nicht mehr alleine bewältigbar. In schlimmen Fällen kommt es zu Schluckstörungen, Inkontinenz, und die Patienten brauchen überall Unterstützung.“ Das Hilfswerk bietet sowohl Hilfe für die Patienten mit der Hauskrankenpflege, aber auch Unterstützung für die Angehörigen.
Wichtig für sie ist der richtige Umgang mit der Erkrankung. Es hat wenig Sinn, die Patienten mit Fragen zu löchern, hingegen sollten sie von ihrem derzeitigen Stand, meist ist das weit in der Vergangenheit, abgeholt und ihnen das Leben und der Alltag angenehm gestaltet werden.
Derzeit werden an der Donau- Uni 13 Dipl.-Pflegepersonen zu Demenztrainern ausgebildet. Darunter auch Astrid Seidl aus dem Bezirk Hollabrunn.

Zur Sache:

Zusammenfassende Infos zum Thema Demenz:
Angehörige sollten auf 1. Warnsignale wie vermehrte Ausreden um die Defizite zu verbergen, achten.
Oft sind die Patienten nicht krankheitseinsichtig. Dennoch ist es wichtig, den Facharzt aufzusuchen, der standardisierte Tests für die Diagnose durchführt. Mit entsprechender Diagnose wirkt sich auch die Höhe der Pflegestufe aus.
Die Krankheit ist kein Grund, sich zu verstecken, soziale Kontakte, sowohl für Patienten als auch für Angehörige, sind wichtig.
Wichtig ist für beide, Hilfe und Beratung in Anspruch zu nehmen.
Behandlung kann Krankheit nicht heilen, sondern den Verlauf lediglich verlangsamen.
Die Prägung des Lebens formt diese Krankheit. Meist ist der Auslöser ein dramatisches Erlebnis. Ursachen sind noch nicht gänzlich erforscht.
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