30.11.2016, 07:30 Uhr

Der Nikolo erfreut Jung und Alt

Das Beschenktwerden durch den Nikolaus ist für Jung und Alt ein besonderes Erlebnis und fixer Brauchtumsbestandteil bei uns. Foto: Josef Messirek

Das Beschenken der Kinder zum Nikolausfest hat eine lange Tradition, die auch heute allerorts gepflegt wird.

BEZIRK (jm). Das Nikolausfest am 6. Dezember ist ein Fixpunkt für Brauchtumsveranstaltungen im ganzen Bezirk. Stimmungsvolle Umzüge und Empfänge werden von Vereinen in Zusammenarbeit mit der Kirche veranstaltet, an deren Ende das Beschenken der Kinder steht. Nicht zuletzt ist der 6. Dezember auch der Namenstag aller Nikoläuse.

Wer war Nikolaus?

Nikolaus ist einer der bekanntesten Heiligen, der im 4. Jahrhundert in der Stadt Myra in der heutigen Türkei lebte und als Bischof aufsehenerregende Taten vollbrachte. Es ranken sich zahlreiche Legenden um seine Person wie das Kornwunder. Nikolaus veranlasste, dass ein kaiserlicher Kapitän eines mit Korn beladenen Schiffes Korn an die Hungernden von Myra verteilen ließ, ohne dass die Ladung des Schiffes geringer wurde. Nikolaus, der auch der Schutzpatron der Reisenden und Seeleute und zahlreicher Berufsstände ist, gilt in der Volksfrömmigkeit als Helfer in fast allen Nöten.

500 Sackerl mit Süßigkeiten

Der Retzer Tourismusverein bereitet dem Nikolaus schon seit Jahrzehnten in Zusammenarbeit mit der Pfarre, der Feuerwehr und der Musikschule einen großen Empfang am Hauptplatz.
Obmann Reinhold Griebler: „Die Feier am 6.12. beginnt mit einer Kinderandacht in der Rathauskapelle, weil hier auch die christlichen Werte vermittelt werden sollen.“ Im Anschluss daran werden 500 Sackerln mit Süßigkeiten an die Kinder verteilt.

Nikolaus kommt auch ins Haus

In Hollabrunn organisiert Rainer Wunderl, Obmann der Pfadfinder, den alljährlichen Umzug am 5. Dezember mit der Gemeinde und der Pfarre. „Am Hauptplatz wird der Nikolaus empfangen und der Bürgermeister überreicht ihm einen Schlüssel, der alle Häuser aufsperrt. Zum Abschluss werden Süßigkeiten an die Kinder verteilt.“
Eltern können in Hollabrunn den Nikolaus auch bestellen, dass er persönlich ins Haus kommt. Die Pfadfinder organisieren und koordinieren die Hausbesuche. Etwa fünf ehrenamtliche Nikoläuse sind im Einsatz, die rund 100 Kinder besuchen.
Auch in Pflegeheimen finden Nikolausfeiern statt, wo die betagten BewohnerInnen das begehrte Säckchen mit Süßigkeiten erhalten.
Während der Nikolaus die braven Kinder belohnt, erschreckt der Krampus die Kinder, die nicht immer brav waren. Der Krampus ist eine eigenständige Figur des Brauchtums, die entfernt mit den Perchten verwandt ist. Mancherorts gibt es am Vorabend des Nikolausfestes den Krampuslauf.

Zur Sache

Nikolaus, Santa Claus und Weihnachtsmann:
Europäische Auswanderer brachten den Sankt-Nikolaus-Brauch in die Vereinigten Staaten von Amerika. Der holländische Sinterklaas wurde dort zum englischen Santa Claus.
Allerdings bringt Santa Claus nicht am 6. Dezember, sondern erst am Weihnachtsmorgen Geschenke.
Der heutige Weihnachtsmann geht auf die Volkslegenden um den heiligen Nikolaus zurück. Er ist aber keinesfalls diesem gleichzusetzen, sondern ist eine Symbolfigur weihnachtlichen Schenkens, die in Deutschland und in evangelisch geprägten Regionen populär ist.
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