28.06.2017, 10:44 Uhr

Pulkau fließt durch 20 Gemeinden

Wasserqualität wurde angehoben, Überschwemmungsgefahr gemindert.

PULKAUTAL (jm). Sie entspringt bei Pernegg im Waldviertel, durchfließt 20 Gemeinden des nördlichen Weinviertels und mündet nach 52 Kilometern bei Laa in die Thaya: die Pulkau. Ab den 1950er Jahren wurde der Fluss stark begradigt und denaturiert, was neben der Verschmutzung durch die Landwirtschaft (z. B. Tierzuchtbetrieb in Seefeld-Kadolz) und durch die Abwässer einer chemischen Fabrik in Pernhofen der Grund für die schlechte Wasserqualität des Flusses ist. Die Güteklasse III wurde auch vom österreichischen Rechnungshof bei einer Prüfung des Nationalpark-Thaya-Projektes kritisch vermerkt.
Damals verstand man die Begradigung des Flussbettes als eine wirksame Maßnahme für den Hochwasserschutz. Der Pulkauer Wasserverband wurde zur Durchführung der Regulierung gegründet und man regulierte noch Anfang der 1980er Jahre die Pulkau zwischen Watzelsdorf und Pernersdorf. Doch bald begannen sich die Ziele des Wasserbaus zu wandeln und eine ökologische Sichtweise konnte sich durchsetzen. Schluss mit Regulierung, Deregulierung und Renaturierung sind seither angesagt. Durch ein weitläufiges Flussbett und Rückhaltebecken sollen sowohl die Wasserqualität verbessert als auch der Hochwasserschutz erhöht werden.
Hochwasserschutz-Maßnahmen:
Große Überschwemmungen gab es 1962 und zuletzt 2010, als die Pulkau über die Ufer trat und vor allem in Zellerndorf und in Hadres schwere Schäden anrichtete. In den Kellern mancher Siedlungshäuser stand das Wasser zwei Meter hoch. Bgm. Markus Baier: „In Zusammenarbeit mit dem Land wurde bald darauf mit Hochwasserschutz-Projekten begonnen. Der ‚Watzelsdorfer See‘ konnte bereits 2013 abgeschlossen werden.“ Acht Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche gab man wieder der Natur zurück, die Pulkau wurde revitalisiert. Die alte Wehranlage bei Watzelsdorf wurde aufgelöst und mit einem neuen Gewässerlauf für Fische und andere lebende Organismen passierbar gemacht.
Pulkau wird zehn Meter breit:
Als weitere wirksame Schutzmaßnahme wird die Pulkau bei der Einmündung des Sulzgrabens auf zehn Meter aufgeweitet. „Die Grundablösen sind hier bereits abgeschlossen“, so der Zellerndorfer Ortschef.
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