01.11.2016, 00:00 Uhr

Retzbacher warnt vor Mietnomaden

Hausbesitzer Othmar Raab vor seinem Elternhaus in Unterretzbach, das er vermietet hatte. Foto: Josef Messirek

Othmar Raab klagte Mieter, die sein Wohn- und Schlafzimmer „mitgenommen“ hatten.

UNTERRETZBACH (jm). „Ich wollte eigentlich dem jungen Paar helfen und habe ihnen vor einem Jahr mein Elternhaus zu günstigen Bedingungen überlassen“, beginnt der genervte Unterretzbacher Othmar Raab das Gespräch mit den Bezirksblättern. Ihm war auch daran gelegen, dass das leerstehende Reihenhaus instandgehalten wurde. Nach einem Jahr endete jedoch die Mietergeschichte mit einem Vergleich vor dem Bezirksgericht.

Es war ein Riesenfehler

Wie alles begann: Weil das Mieterpaar C. (Name ist der Redaktion bekannt) mit seinem Sohn befreundet war, vereinbarte man die Miete als „Freundschaftspreis“. Über eine Kaution wurde zwar geredet, aber Geld für eine Sicherstellung erhielt Othmar Raab nie.
„Es war ein Riesenfehler, nichts schriftlich zu vereinbaren und nicht auf die Kaution zu bestehen“, muss der Pensionist gestehen. Auch ein Zutrittsrecht und eine regelmäßige Kontrolle des Anwesens hätte ihm schriftlich zugesichert werden müssen. „Ich hatte keinen Hausschlüssel und hätte einen Besuch drei Tage vorher ankündigen müssen“, resümiert der zutiefst enttäuschte Vermieter.

Eigenmächtige Aktionen

Den ersten Verdacht gegen das Mieterpaar schöpfte Raab, als er den herausgerissenen Parkettboden im Hof liegen sah. Weitere eigenmächtige Aktionen ohne Absprache mit ihm folgten: Vier Innentüren wurden entfernt, ebenso die gesamte Wohnzimmereinrichtung und größtenteils das Schlafzimmer. Davon musste sich Othmar Raab bei der Übergabe im September, zu der er zwei Zeugen eingeladen hatte, überzeugen. „Das Haus war verwahrlost, das Inventar beschädigt oder aus unerklärlichen Gründen verschwunden. Das hat mich schlaflose Nächte gekostet“, schildert der frustrierte Pensionist.

Warnung vor Blauäugigkeit

Warum er mit seinem „Fall“ an die Öffentlichkeit gehe? „Ich will andere davor warnen, die gleichen Fehler zu machen wie ich“, appelliert Othmar Raab an die Vermieter. Er hat die „Mietnomaden“ geklagt. Bei der Verhandlung im Bezirksgericht Hollabrunn, die Richter Erhard Neubauer leitete, wurde ein Vergleich geschlossen. „Zumindest die vorgesehene Kaution von 1.000,- Euro, die nie bezahlt wurde, habe ich bekommen“, berichtet Othmar Raab doch etwas erleichtert. Der emotionale Schaden, den er durch den Verlust des Inventars seines Elternhauses erlitten hatte, ist natürlich durch nichts wieder gut zu machen.
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