31.01.2018, 10:30 Uhr

TV-Streit kostete einen Zahn!

Eine Häftlingsrauferei endete mit unbedingter Haftsstrafe.

BEZIRK (jm). Der 29-Jährige Wilhelm F. war angeklagt wegen versuchter Körperverletzung. In der Justizanstalt Sonnberg war es in einer Vier-Mann-Zelle zu einer Rauferei wegen verschiedener Fernseh-Interessen zwischen ihm und Zeugen Jan O. gekommen. „Es wird geschaut, was ich will!“ soll Jan gerufen haben, der seine Forderung mit einem Faustschlag bekräftigte. In der darauf folgenden Rauferei wurde dem 29-Jährigen ein Zahn ausgeschlagen.Zeuge Jan O. schilderte dem Bezirksrichter die Auseinandersetzung genau umgekehrt. „Mit der Rauferei hat Wilhelm angefangen. Er hat mich von der Fernbedienung weggestoßen und mich etwas gewürgt.“ Dass er zweimal mit der Faust zugeschlagen hat, leugnete Jan nicht. Alexander H., ein weiterer Mithäftling, wurde über Videoschaltung befragt, wer mit der Rauferei begonnen habe. „Ich habe anfangs geschlafen, bin erst durch das Gepolter wach geworden und kann nicht sagen, wer angefangen hat“, gab er zu Protokoll.

Auf die 4. Aussage kommt es an

Nun kam es auf die Aussage des vierten Mithäftlings an, die dem Richter in schriftlicher Form vorlag. Zeuge B. beschuldigte Wilhelm F., mit der Rauferei angefangen zu haben. Der Angeklagte versuchte, dessen Aussage vor dem Richter zu relativieren: „Es ist eh klar, dass die Zeugen den Täter decken, ansonsten würde man sie in der Justizanstalt als Verräter bezeichnen.“

Täter wird länger sitzen

Seine neun Vorstrafen und die beiden Zeugenaussagen belasteten Wilhelm F. aber so schwer, dass ihn Richter Erhard Neubauer zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von drei Monaten verurteilte. Der Höchstrahmen wäre ein Jahr gewesen. Wilhelm F. meldete Nichtigkeit und Berufung an und ersuchte um die Beistellung eines Anwalts. Die Berufungsverhandlung wird im Landesgericht Korneuburg sein.
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