12.12.2017, 11:00 Uhr

Wünsche an das Öffi-Christkind!

Der neue Fahrplan bringt nur geringe Verbesserungen. Vor allem die Pendler sind mit dem Angebot nicht zufrieden. Foto: Archiv

Der ÖBB-Fahrplanwechsel bringt geringfügige Verbesserungen im Bezirk. Eine Bestandsaufnahme.

BEZIRK (jm/ag/mk). Niederösterreich ist das Land der Pendler. Aktuell werden jährlich 30 Millionen Bahn- und 51 Millionen Buskilometer angeboten. Und jährlich werden es mehr. Auch im Bezirk steigt das Angebot im Öffi-Verkehr. Wir haben Pendler im Bezirk gefragt, wie zufrieden sie mit der Verbindung sind - und was sie sich vom „Öffi-Christkind“ wünschen würden.

Stark überfüllte Züge

„Mit den Öffis von Zellerndorf nach Wien zu pendeln ist zwar besser, als wenn ich mit dem Auto fahren müsste, aber wirklich zufrieden bin ich nicht“, schildert Ilse Rain ihre langjährige Erfahrung als Pendlerin. Vor allem sind es die fehlenden Informationen bei Verspätungen oder Zugausfällen und die überfüllten Züge.

Von Zufriedenheit keine Spur

„Vom Praterstern bis Stockerau bekomme ich oft nur einen Stehplatz“, so die Pendlerin, die sich einen durchgehenden Zug von Wien nach Hollabrunn wünscht.
Der schaffnerlose Nachtzug sei für eine Frau ein Ding der Unmöglichkeit. „Es sollte noch ein Zug geführt werden, der um 22:00 Uhr von Wien nach Retz fährt“, schlägt Ilse Rain vor. Die einzige Neuerung ist ein zusätzliches Zugspaar von Retz nach Znaim (siehe: Zur Sache).

Verspätungen und Zugausfälle

Auch Franz Kahrer pendelt täglich von Zellerndorf nach Wien: „Derzeit gibt es sicherlich viele überfüllte Züge von Retz nach Wien. Das größere Problem sehe ich bei Zugverspätungen und Zugausfällen. Ich frage mich, warum dies so häufig passieren kann. Mein Verbesserungswunsch wäre, dass es einige schnellere Züge von Retz nach Wien gibt.“

Kein Parkplatz trotz P & R

Für die 22-jährige Anja Gruber aus Mailberg beginnt der tagtägliche Pendlerstress schon zeitig in der Früh mit der Parkplatzsuche am Bahnhof Hetzmannsdorf-Wullersdorf. Obwohl dort vor wenigen Tagen mehr Parkplätze der Park&Ride-Anlage eröffnet wurden, deckt diese Anzahl bei Weitem nicht die Nachfrage. „Die Parkplatz-Situation ist eine Katastrophe. Der Rübenplatz muss für viele Pendler als Parkplatz benutzt werden.“

Ab Stockerau Stehplätze frei

Im Zug bekommt sie in der Früh immer einen Sitzplatz, ab Stockerau müssen die Pendler allerdings stehen. So geht es ihr auch am Nachmittag, am Weg nach Hause. „Ich benutze einen Zug zwischen 16:37 und 17:10 Uhr ab der Station Handelskai und muss zumindest bis Korneuburg stehen. Fast täglich gibt es Verspätungen zwischen fünf und 30 Minuten oder der Zug fällt komplett aus. Wünschen würde ich mir, dass am Nachmittag häufiger Züge von Wien nach Hetzmannsdorf-Wullersdorf fahren und natürlich mehr Waggons, weil die Züge wirklich sehr überfüllt sind“, so die junge Pendlerin aus dem Bezirk Hollabrunn.

Zur Sache:
Mit dem von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Verkehrslandesrat Karl Wilfing im September vorgestellten „Mobilitätspaket 2018-2022“ und mit dem Bahnpaket für NÖ 2030 werden wichtige Infrastrukturmaßnahmen in Hollabrunn umgesetzt.
19 Mio. Euro werden in den Ausbau und die Modernisierung von Bahnhöfen und P&R-Anlagen investiert.
Die Bahnhöfe Zellerndorf, Retz und Ziersdorf werden um über 11 Mio. Euro sowie die P&R-Anlagen in Hollabrunn, Hetzmannsdorf-Wullersdorf, Zellerndorf, Ziersdorf um über sieben Mio. Euro ausgebaut.
Neu mit dem Fahrplanwechsel ab 10.12. ist eine zusätzliche Zugsverbindung zwischen Retz und Znaim. Werktags, ausgenommen samstags, fährt ein Zug um 6:30 Uhr von Retz nach Znaim, abends kann man täglich außer samstags um 20:15 Uhr nach Znaim fahren. Der Abendzug verkehrt aber nicht am 24.12., 25.12. und 31.12.
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