06.06.2017, 08:00 Uhr

Zwei Fälle von Kinderpornografie

Helmut Neumar entschied beide Strafsachen als Einzelrichter. Foto: mr

Ein 69-Jähriger und ein 22-Jähriger mussten sich vor Gericht verantworten.

SCHÖNGRABERN/GUNTERSDORF/KORNEUBURG (mr). Zwei völlig unterschiedliche Fälle von Kinderpornografie wurden am 23. Mai am Landesgericht Korneuburg verhandelt.

Im Fall Nr. 1 ging es darum, dass ein 69-j. Pensionist zwei Bilddateien an Teilnehmer einer Chatplattform übermittelte. Die Fotos zeigten jeweils einen nackten unmündigen Jungen, wobei der Fokus der Bilder auf Penis und Anus gerichtet war.
Überdies hatte der Pensionist im Internet Bilder von unmündigen Minderjährigen betrachtet, die diese bei verschiedenen Formen des Geschlechtsverkehrs, Befriedigung mit der Hand oder dem Einführen von Gegenständen zeigen.

Keinerlei Schuldeinsicht

Der Angeklagte zeigte keinen Funken von Schuldeinsicht und bekannte sich nicht schuldig. Schließlich habe er die Fotos ja nicht aufgenommen. Das Argument des Richters, dass Kinder keine Freude haben, als Darsteller solcher Fotos herhalten zu müssen, sondern dazu gezwungen werden, beeindruckte den Pensionär nicht im Geringsten. Er fasste sechs Monate zur Bewährung aus. Nicht rechtskräftig.

Intimfotos einer Zehnjährigen

Im Fall Nr. 2 chattete ein 22-j. Tischlerhelfer mit einer zehnjährigen Schülerin und versuchte sie dazu zu überreden, ein Foto ihrer Scheide herzustellen und ihm zu schicken, indem er sie im Zuge eines Chatverkehrs aufforderte: "Schick mir doch ein Bild deiner Mumu".

Mama überwachte Chatverkehr
Die Mutter der Schülerin hatte den Chatverkehr ihrer Tochter überwacht und Anzeige erstattet. "Sie sind selbst Vater von zwei kleinen Kindern, wären Sie erfreut, wenn diese ihren Intimbereich fotografieren und an Unbekannte weiterschicken. Möglicherweise finden sich diese Aufnahmen dann weltweit im Internet".

Unbedingte Geldstrafe

Der Richter verhängte eine unbedingte Geldstrafe in Höhe von 2.160 Euro. Nicht rechtskräftig!
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