05.04.2017, 10:30 Uhr

Breitbandausbau im Retzer Land

Retzer-Land-Gemeinden fassten Beschluss für Bau, Finanzierung und Betrieb eines Glasfasernetzes.

RETZER LAND (jm). Immer mehr Entscheidungsträger in den Retzer-Land-Gemeinden werden sich der Tatsache bewusst, welche Bedeutung die Breitbandtechnologie schon jetzt hat und in Zukunft noch haben wird. Aus dieser Überzeugung heraus fassten die GemeinderätInnen der fünf Retzer-Land-Gemeinden den Grundsatzbeschluss für ein 20-Millionen-Euro-Projekt, mit dem die flächendeckende Versorgung von Haushalten, Unternehmen und Gemeinden mit zukunftsfähigem Breitband sichergestellt werden soll.
Ein Vorteil auch für viele Pendler, die in Zukunft nicht auf der Stockerauer Autobahn im Stau stehen, sondern umweltschonend und zeitsparend die Datenautobahn von daheim (Homeworking-Modelle) nützen können.

50 Megabit pro Sekunde

Martin Wurst, ein unabhängiger Berater und Koordinator aus Leodagger, hatte schon im Jänner das Projekt bei Gemeinderatssitzungen vorgestellt. „Breitband bedeutet eine Leistung von 50 Megabit pro Sekunde aufwärts. Das Glasfasernetz hat nämlich eine Kapazität, die nach oben offen ist“, so Wurst. Die Grobplanung des Breitbandausbaus wurde von der Niederösterreichischen Glasfaserinfrastrukturgesellschaft (nöGIG) gemacht, die dann Firmen wie STRABAG oder Talkner mit der Durchführung beauftragt. NöGIG unterstützt die Gemeinden mit Informationen und mit Erfahrungen aus den vier Pilotregionen Waldviertel, Thayaland, Ybbstal und Triestingtal.

Gemeindebudget kaum belastet

Die Gemeinden fassten nicht zuletzt deshalb den Grundsatzbeschluss, weil ihnen keine nennenswerten Kosten mit dem Glasfasernetzausbau entstehen. Die Kosten wird ein privater Investor übernehmen. Bürgermeister Manfred Marihart (Pulkau): „Die Gemeinden gaben die Zustimmung, dass mit der Planung begonnen werden kann. Sie erklären sich aber auch bereit, das Projekt zu bewerben und den erforderlichen Grund zur Verfügung zu stellen.“ Die einzige Voraussetzung für das Zustandekommen des Breitbandausbaues: eine Mindestanschlussquote von 40 Prozent.

Geschäft für Gemeinde?

Im Zellerndorfer Gemeinderat gab es bei der Abstimmung drei Stimmenthaltungen von SPÖ-Gemeinderäten. Günter Schieder (SPÖ) meldete sich mit dem Vorschlag zu Wort: „Das könnte ja die Gemeinde selber machen“, und stellte in Aussicht, dass die Gemeinde Gewinne aus dem Betrieb des Breitbandnetzes lukrieren könnte. Doch Bürgermeister Markus Baier winkte ab: „Allein die Kosten für die Kabelverlegung und die anschließenden Asphaltierungsarbeiten würden die Gemeinde in den Ruin treiben.“ Für den Ausbau des Glasfasernetzes werden bei allen Tiefbau-Aktivitäten Leerrohre mitverlegt.
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