Ausreißerin Tamara: Warum sie davonlief

<f>Tamara mit ihrem</f> Papa in der Abendsonne, in Maria Dreieichen - seine Mädchen lieben ihn.
  • <f>Tamara mit ihrem</f> Papa in der Abendsonne, in Maria Dreieichen - seine Mädchen lieben ihn.
  • Foto: Schwameis
  • hochgeladen von H. Schwameis

Am 8. Jänner sprang Tamara (13) in Horn aus dem Auto des Vaters und kehrte in die Wohngemeinschaft nicht zurück.

HORN. Es war Sonntagabend, man war auf dem Weg in die  betreute Wohngemeinschaft in der Nähe von Eggenburg. Da läutete das Handy, es war auf laut geschalten. Ein Mitarbeiter einer Behörde soll dem Vater gesagt haben, wenn Tamara bis 20 Uhr nicht in der WG angekommen sei, müsse sie in die Psychiatrie. Woraufhin die 13-Jährige, die das Gespräch mitverfolgt hatte, aus dem Auto sprang.
Einen Monat lang suchte die Exekutive nach ihr und fand sie schließlich in Graz. Sie ist nun wieder in der Wohngemeinschaft und besucht die Schule.

Ermittlungen

Z.Z. wird gegen den Vater ermittelt - wegen Kindesentführung (da die Obhut bei einer Bezirkshauptmannschaft [NICHT Horn] liegt), ob er die Abgängigkeit der Tochter nicht unterstützt hätte.

Der Vater hat nun kein Recht mehr, die Kinder am Wochenende zu sich zu holen.
Nach richterlichem Beschluss dürften die beiden Töchter zwar über das Wochenende wieder zum Vater - aber nur theoretisch.

Krise am Wochenende

Voll Freude fuhr Karl M. letzten Freitagnachmittag in die WG um seine beiden Töchter abzuholen. Die Betreuerinnen öffneten die Tür - und baten ihn rein. Er hatte sich auch korrekt zwei Tage vorher bei ihnen angemeldet.

Mädchen durften nicht mit

Die Kinder durften aber mit dem Vater nicht mitfahren, da ein Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaft (hat die Obsorge) gegen den richterlichen Beschluss Einspruch "zum Wohl der Kinder" erhoben hatte.
Eines der Mädchen beschloss unter diesen Umständen, um ihrem Vater nicht zu schaden, in der Wohngemeinschaft zu bleiben.
Tamara (mittlerweile 14) wollte aber unbedingt mitfahren. Ihr Papa redete ihr gut zu hierzubleiben, er käme morgen wieder zu Besuch. Aber sie wollte unbedingt mit. "Weil hier sind sie eh nett, aber beim Papa ist es am schönsten", erzählte sie später in Horn.
Daraufhin nahm er Tamara, trotz der möglicherweise zu erwarteten Schwierigkeiten, mit. Sie umarmte ihn und sagte: "Fahren wir in den Wallfahrtsort Maria Dreieichen, denn es heißt immer, 'Gott hilft allen, die in Schwierigkeiten sind.'"

Bezirkshauptmann Stefan Grusch dazu: "Wir prüfen den Fall. Wir wollen für die Kinder das Beste und nicht für die Befindlichkeiten des Herrn M."
Landesgericht Krems, Vizepräsident Ferdinand Schuster: "Wir dürfen in Pflegschaftsverfahren keine Auskunft geben."

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen