Chef der Baker Transporte: "Abbiegeassistent nicht ausgereift."

<f>Gerald Baker</f> (43), Chef der Baker Transporte in Gars: "Der Prototyp Abbiegeassistent ist einfach noch nicht ausgereift."
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Abbiege-Systeme für LKW. 
BEZIRK. Ein 9-Jähriger ist auf dem Schulweg. Ein LKW-Fahrer liefert seine Ladung aus. Er biegt in eine Straße ein, die der Bub im selben Moment auf dem Zebrastreifen quert. Doch der tote Winkel macht ihn für den LKW-Fahrer unsichtbar und kostet ihm sein Leben. Diese Szene hat sich vor Kurzem in Wien abgespielt. Seitdem fordern unter anderem Eltern, Politiker und die Volksanwaltschaft den verpflichtenden Einbau von Abbiege-Assistenten: 1.200 Euro, die Leben retten könnten.

Gerald Baker im Gespräch

Der Chef der Baker Transporte in Gars, Gerald Baker, erklärt zuerst die technische Seite: "Am Markt sind zur Zeit der Spurwechselassistent, der nicht Pflicht ist, und der sogenannte Abbiegeassistent, für den es zur Zeit nur einen Prototypen gibt. Der Spurwechselassistent zeigt, sobald man den Blinker setzt, an, wenn sich beim Spurwechseln - zum Beispiel nach einem Überholvorgang - etwas im toten Winkel befindet. Die optische Warnung ist ein rotes Blinken. Das gibt es bereits und wird auch schon eingebaut. Dann gibt es den Abbiegeassistenten, der aufgrund des tragischen Vorfalls in aller Munde ist. Er ist technisch noch nicht ausgereift, das heißt, dass man ihn nicht einfach ab morgen einbauen kann. Es ist ein Prototyp, der erst bei einigen Autos im Versuchsstadium ist."
Gerald Baker erklärt weiter: "Wenn ich in Wien mit einem LKW mit Abbiegeassistenten stehe und den Blinker rechts setze, dann piepst oder leuchtet der Abbiegeassistent immer. Es steht einfach immer etwas da: ein Hydrant, eine Verkehrstafel, ein Baum, eine Laterne, eine Ampel. Man kann das natürlich schon mit einer Kamera anzeigen, aber der LKW-Fahrer hat nur zwei Augen und von Haus aus schon sechs Spiegel, in die er schauen muss. Jetzt gibt es zusätzlich noch die Kamera. Da erfüllt der Abbiegeassistent den Zweck nicht wirklich. Wenn ich rechts abbiege, wird jedes Hindernis markiert - optisch und akustisch. Der Prototyp Abbiegeassistent ist einfach noch nicht ausgereift. Ob das dazu führt, dass es keine Probleme im toten Winkel gibt, bezweifle ich."

Training im Straßenverkehr

"Die menschliche Seite ist mir viel wichtiger", betont Baker, "Es beginnt damit, dass Eltern ihren Kindern beibringen müssen, den Straßenverkehr zu beachten, wenn sie zu Fuß, mit dem Rad oder dem Scooter unterwegs sind, und nicht aufs Handy zu schauen und Kopfhörer zu tragen. Die Wirtschaftskammer macht jedes Jahr Projekte in den Volksschulen in ganz NÖ, die den toten Winkel betreffen. Baker Transporte macht da jedes Jahr freiwillig mit. Direkt bei den LKWs wird den Kindern alles gezeigt. Sie steigen ein und stehen in unterschiedlicher Entfernung vor dem LKW, damit sie überhaupt einmal wissen, was ein toter Winkel ist. Das finde ich sinnvoller. Vielleicht sollte man das sogar verpflichtend in den Schulkatalog aufnehmen, also, dass man Volksschulkinder darauf hinweist, wo die Gefahren sind. Wir haben durch die Bank neue LKWs mit sämtlichen Assistenzsystemen und kommen vor lauter piep, piep, piep gar nicht mehr mit. Man kann den Faktor Mensch durch Technik nicht ersetzen."

Unfälle im Bezirk

Bezirkspolizeikommandantin Oberstleutnant Birgit Geitzenauer berichtet: "Im Bezirk Horn haben sich im vergangenen Jahr 2018 keine Verkehrsunfälle ereignet, an denen Fußgänger oder Fußgängerinnen und LKWs beteiligt waren. Auch in den Jahren davor sind keine diesbezüglichen Verkehrsunfälle in Erinnerung geblieben."

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