Mechanikerin
Lehrlingsmädl: Motoröl, PS und ein Baby

Veronika Schindelar: Ihr erstes Ausbildungs-Jahr in einem klassischen Männerberuf
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Lehrlingsmädl unter Männern: Sie wollte immer Mechanikerin werden. Wie es ihr dabei geht, lesen Sie hier.

BEZIRK HORN. Ein Baby ist nichts Ungewöhnliches. Dass ein Mädchen den Lehrberuf einer Kfz-Mechanikerin wählt, mittlerweile auch nicht. Dass man als Jungmama mit Freuden beim Heurigen aushilft und sich in Mamas Reiterhof um die Pferde kümmert, auch nicht unbedingt. Aber alles zusammen ist für eine 20-Jährige, die das alles unkompliziert unter einen Hut bringt, schon eine Leistung.
Veronika Schindelar wollte schon immer Mechanikerin werden. Die Mama wollte das nicht, vorher musste sie eine Schule (Sozialfachschule in Langenlois) positiv abschließen, dann gab es das Okay von Mama.
20 Bewerbungen hatte sie abgeschickt. In einem Betrieb wurde sie bei der Vorstellung gefragt, ob sie sich als Sekretärin oder als Putzfrau bewerbe. "Nein, als Mechaniker-Lehrling." Da meinte der Chef nur kopfschüttelnd, eine Frau könne man an einen PKW oder LKW nicht ranlassen. "... und jeder würde mir absagen. Dann bin ich gegangen. "
Vier Aufnahmetests hat sie gemacht, drei Betriebe wollten sie nach den Probearbeiten nehmen, einer hatte dann keinen Platz, der andere durfte nicht - aber die Firma Autohaus Eissner in Hollabrunn wollte sie gerne - denn sie war die Beste und Schnellste. Da ist sie jetzt (derzeit in Karenz) und hat das erste Lehrjahr hinter sich.
"Meine Chefin und mein Chef sind so unglaublich liebe Leute - solche Chefs wünsche ich jedem", lächelt sie.

"Wollte alles hinschmeißen"

Obwohl der Anfang sehr schwierig war, sie wollte tatsächlich alles hinschmeißen. Die Kollegen waren anfangs nicht begeistert, lachten über sie. "Das war hart, aber mittlerweile passt es, sie haben gemerkt, ich bin zwar eine Frau, aber ich kann mich anpassen und seh über vieles (diverse männliche "Eigenheiten" wie rülpsen usw.) hinweg", lacht sie. "Der Geselle hat auch gut auf mich aufgepasst", erzählt sie strahlend. Auch hat sie ihr Herz dort verloren - Julians Papa ist auch Mechaniker. Später will sie im KFZ-Bereich bleiben. Derzeit besucht sie öfter einen Freund in seiner neu eröffneten "Freddy's Servicestation" in Mold, um "Benzinluft" zu schnuppern.

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