Renaturierung am Kamp

Der Kamp darf wilder werden. Renaturierung will natürlichere Strukturen zurückholen.
  • Der Kamp darf wilder werden. Renaturierung will natürlichere Strukturen zurückholen.
  • hochgeladen von Kerstin Höfler

Das Land Niederösterreich investiert seit Jahren in die Renaturierung von ehemals regulierten und begradigten Gewässerstrecken. Derartige Maßnahmen leisten einen wichtigen Beitrag für den Erhalt einer natürlichen Flora und Fauna.

Fließgewässer werden seit jeher in unterschiedlichem Ausmaß von Menschen genutzt. Über Jahrhunderte hinweg wurde vieles vor die ökologische Intaktheit des Gewässers gestellt. Gezielte Maßnahmen zur Renaturierung können dabei helfen, schwerwiegende Eingriffe ins Ökosystem wieder gut zu machen und begradigte Rinnsale in lebendige Naturoasen mit einer ausgewogenen Artenvielfalt zurück zu verwandeln. Dies ist etwa in Form von Aufweitungen, Wiederherstellungen der Flussdurchgängigkeit, Auflösungen harter Uferstrukturen oder Anbindungen abgeschnittener Flussarme möglich. Als heutiger Standard gilt hierbei der naturnahe Wasserbau, er berücksichtigt neben dem Zweck des Hochwasserschutzes auch ökologische Belange.

Kamp wird künstlich verschwenkt 

Im Horner Bezirk ist im Bereich zwischen Zitternberg und Buchberg ein Projekt zur Renaturierung geplant. „Es ist eine Initiative, damit der Kamp in 5 bis 10 Jahren wieder möglichst naturnahe ist. Wenn wir der Natur genug Zeit geben, kommt sie hoffentlich von alleine zurück“, erklärt Friedrich Wiesinger. Konkret soll der Kamp zwischen Zitternberg und Buchberg wilder werden. Buchten und Steilküsten werden dazu beitragen. Eine kleine Kurve wird entstehen, der Fluss wird um die halbe Kampbreite verschwenkt. Zu Beginn der Kurve wird eine Buhne angeordnet, sie ist für die Fließrichtungsänderung maßgeblich. Seichte Rieselstrecken sind genauso eingeplant wie tiefere Wasserstellen. In die Flusslandschaft werden außerdem Steine sowie weitere Bäume eingebunden. „Das Projekt bewirkt eine bessere Verzahnung des Flusses mit der Umwelt und kommt allen Tieren und Pflanzen zu Gute“, so Wiesinger. Angefangen bei allen Fischen, bis hin zur regionaltypischen Würfelnatter und zahlreichen Gräser- oder Baumarten.

Der Baubeginn ist trotz der derzeitigen Corona-Situation nach wie vor im August diesen Jahres angesetzt. „In diesen Zeiten ist es nicht vorhersehbar, aber wir blicken positiv in die Zukunft“, gibt sich Wiesinger zuversichtlich. Dass sich aus Krisen viel Positives hervortuen kann, zeigt übrigens dieses Renaturierungsprojekt. Es ist nur aufgrund des historischen Hochwassers von 2002 in diesem Ausmaß umsetzbar. Denn nach der Jahrhundertflut kaufte die Republik Österreich zahlreiche Flächen auf beiden Kampseiten zu. Aus der Investition nach der Not kann die Renaturierung jetzt profitieren.

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