Landesgericht Krems
Wie im Thriller: Nebenbuhler Bremsschlauch durchgeschnitten

Bedingte Haft und unbedingte Geldstrafe.
  • Bedingte Haft und unbedingte Geldstrafe.
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Die Vorfälle, die sich in den Bezirken Gmünd, Zwettl und Horn abspielten, hätten durchaus als Vorlage für einen Krimi dienen können. Allerdings gab es kein Happy End, denn zum Schluss musste sich ein 35-jähriger Kfz-Mechaniker aus dem Bezirk Horn am Kremser Landesgericht wegen absichtlich schwerer Körperverletzung, Sachbeschädigung und Nötigung vor einem Schöffensenat verantworten.

Misstrauisch

Der Beschuldigte aus dem Bezirk Horn, der in einer Partnerschaft mit einer 30-jährigen aus dem Bezirk Zwettl lebte, wurde misstrauisch, als seine Freundin eine Fahrgemeinschaft zum Dienst mit einem Arbeitskollegen gründete, und öfter aus fadenscheinigen Gründen nicht nach Hause kam. Er vermutete ein „Pantscherl“ seiner Partnerin, mit der er auch einen vierjährigen Sohn hat. Die Bestätigung fand er, als er das Mobiltelefon seiner Freundin checkte und eindeutige Hinweise auf ein „Gspusi“ fand.

Bremsen manipuliert

Er beschloss, dem Nebenbuhler einen Denkzettel zu verpassen, und schnitt in der Nacht vom 10. auf den 11. August 2020 in Schrems die Bremsleitung dessen Pkws durch. Dem nicht genug, ritzte er kurz darauf ein Hakenkreuz ins Auto des Kontrahenten. Schließlich deponierte er noch ein Schriftstück im Postkasten des „Neuen“ mit der Nachricht „Lieber Scheiß…, es wird nicht aufhören, bevor du weit weg bist, wir sehen uns in der Hölle“.

Ausnahmesituation

Vor Gericht verantwortete sich der Angeklagte damit, in einer Ausnahmesituation gewesen zu sein. Er hätte die Aktionen gesetzt, um seine Partnerin und das Kind nicht zu verlieren. Er wollte den neuen Freund zu einer Aussprache zu bewegen. Er habe nicht gewollt, dass der Andere verletzt wird. Als Kfz-Techniker wusste ich, dass die Warnleuchte angeht, wenn er bremst. Zudem gehe es dort nur bergauf. Die Beschädigung des Pkws durch das Hakenkreuz gab er zu. Inzwischen gab es Aussprachen zwischen den Beteiligten und auch die Kontakte zwischen Vater und Sohn sind geregelt.

Weitere Drohungen

Trotzdem ließ er noch im Jänner 2021 beim Abholen des Sohnes im Bezirk Zwettl dem neuen Partner ausrichten „wenn er mit dem Kind spielt, breche ich ihm die Finger“.
Der von Anwalt Johann Juster aus Zwettl vertretene Beschuldigte meinte, diese Aussage hätte er nicht ernst gemeint. Er zeigte sich geständig und reuig. Sein Anwalt führte aus, dass sein Mandant das Opfer mit der Manipulation der Bremsen nicht absichtlich schwer verletzen hätte wollen, da er als Fachmann wusste, dass die Warnanlage einen Defekt anzeigen würde. Zudem hätte er den Schaden am Pkw des Opfers beglichen.
Das Opfer gab an, er hätte lange keinen Verdacht gegen den Angeklagten geschöpft. Er hätte schnell bemerkt, dass mit den Bremsen etwas nicht stimme und hätte das Auto nach 500 Metern Fahrt abgestellt. Erst nach dem Drohbrief hätte ihm gedämmert, dass es der Beschuldigte gewesen sein könnte.
Die Ex-Freundin, die nunmehr in einer Beziehung mit dem „Neuen“ lebt, sagte aus, dass der Ex ihr schlussendlich die Taten gestanden habe, nachdem sie ihm nach den Briefen mitgeteilt hatte, dass das Landeskriminalamt (LKA) in der Causa ermittle. Die Verhandlung endete mit einem Schuldspruch wegen versuchter schwerer Körperverletzung (Absicht wurde ihm nicht unterstellt), Sachbeschädigung und Nötigung. Der Beschuldigte erhielt 14 Monate bedingte Haft sowie eine unbedingte Geldstrafe von 900 Euro. Rechtskräftig. -Kurt Berger

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