Vorsicht, Wild!
Wildunfälle im Horner Bezirk

Nach einem Unfall kommt es auch aufs richtige Verhalten an
  • Nach einem Unfall kommt es auch aufs richtige Verhalten an
  • hochgeladen von Kerstin Höfler

„Das Reh ist plötzlich aus der Senke neben der Straße heraufgesprungen, waldig ist es dort nicht. Ich kenne die Strecke ziemlich gut, hab nicht wirklich mit Wildwechsel gerechnet“, hat Christoph seine Wildbegegnung in Erinnerung. „Trotz einer Vollbremsung hab ich das Reh leider frontal erwischt. Es ist nach dem Crash wieder aufgestanden und weitergelaufen. Ich habe dem Jäger den genauen Ort mitgeteilt, aber er hat das verletzte Tier dann auch nicht mehr so schnell gefunden.“

Herbst ist Hochsaison des Wildwechsels 

NÖ-weit kommt es alle 18 Minuten zu einem Wildunfall. Besonders zwischen 18:00 und 06:00 Uhr in der Früh häufen sich Wildunfälle. Leider mit steigender Tendenz. Von 2017 auf 2018 haben sich die folgenschweren Wildunfälle um 37% erhöht. Die traurige Bilanz: Rund 28.500 getötete Tiere, 140 verletzte Personen und 2 verunglückte Lenker auf Niederösterreichs Straßen.

Infos des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) zufolge werden die enormen Kräfte, die während eines Wildunfalls einwirken, zu sehr unterschätzt. „Die Wucht mit der ein Rothirsch bereits bei einer Geschwindigkeit von 60 km/h auf eine Windschutzscheibe prallt, entspricht in etwa der Masse eines ausgewachsenen Elefanten, fünf Tonnen“, erklärt Dr. Othmar Thann (Direktor des KFV).

Verkehrssicherheit für Tier und Mensch erhöhen

,,Nicht nur Waldgebiete sind gefährliche Strecken, sondern auch allgemeines Freiland ist betroffen", meint Horner Bezirksjägermeister Karl Ruttenstock. Weiters: ,,Gefährlich sind auch noch nicht abgeerntete Maisfelder, wo das Wild wechselt und die nächste Deckung aufsucht."
Duftzäune genauso wie akustische und optische Warnmelder sollen Wildtiere von der Straße fernhalten. „Damit ist es uns bereits gelungen, die Zahl der Rehwild-Nachtunfälle um bis zu 70% zu reduzieren“, so Landesjägermeister Pröll. Auch im Horner Bezirk gibt es derartige Projekte. Etwa bei einem besonders betroffenem Straßenabschnitt bei Kattau, wo spezielle Reflektoren angebracht wurden. Diese spiegeln das Licht herannahender Autos und warnen so die Wildtiere.

Richtiges Verhalten beim Wildwechsel

Oberste Priorität sollte die Geschwindigkeitsanpassung haben. Vor allem in Zonen mit dem Gefahrenzeichen „Achtung Wildwechsel“ ist erhöhte Aufmerksamkeit gefragt. Trifft man auf Wildtiere in der Nähe der Fahrbahn gilt: Abbremsen, abblenden und gegebenenfalls mehrmals hupen. Bei einem unvermeidbaren Zusammenstoß sollte stark gebremst und das Lenkrad gut festgehalten werden. Ausweichmanöver sind zu vermeiden. Nach dem Unfall muss die Gefahrenstelle unverzüglich abgesichert und die Exekutive verständigt werden. Die Nichtmeldung eines Sachschadens ist strafbar. Außerdem darf getötetes Wild niemals mitgenommen werden.

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