05.06.2017, 08:37 Uhr

Vorsicht vor Schmetterlingsraupen mit Brennhaaren - auch in Gars am Kamp

Heute habe ich bei einem Spaziergang in Gars am Kamp auch Gespinnstnester entdeckt mit Raupen! Bei Spaziergängen sollte man auf seine Hunde achten das sie nicht in Kontakt mit diesen Tieren kommen. Auch bei arbeiten an Böschungen usw. als Selbstschutz aufpassen.

(sind leider nur Handyaufnahmen beim walken hatte ich keine Kamera mit ;) )


Genauere Infos für alle die es interessiert:

Die Raupen einiger Schmetterlingsarten besitzen Brennhaare, die starken Juckreiz, Hautreizungen aber auch Schädigungen an Atemwegen und Augen hervorrufen können.

Vor allem drei Schmetterlingsarten verursachen gelegentlich Gesundheitsschäden, indem der Kontakt mit den Brennhaaren ihrer Raupen zu Reizungen und allergischen Reaktionen von Haut, Schleimhäuten und Atemwegen führt.

Es handelt sich um folgende Arten:

• Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea)
• Pinienprozessionsspinner (Thaumetopoea pityocampa)
• Dunkler Goldafter (Euproctis chrysorrhoea)

Wieso können Raupen gefährlich sein?

Die meisten von uns kennen Schmetterlinge als farbenfrohe, fliegende Boten des Sommers. Einigen ist bewusst, dass ihre Raupen ganz schön gefrässig sein können. So verpflegt sich zum Beispiel der Kohlweissling im Gemüsegarten. Der Frostspanner kann Obstanlagen schädigen, indem er Knospen, Blätter und Blüten frisst. Die Gespinstmotte packt die von ihr kahl gefressenen Gehölze und deren Umgebung in ihre weissen Gespinste ein. Die Raupen des Schwammspinners vermögen bei den seltenen Massenvermehrungen ganze Wälder zu entlauben und die Anwohner zu beunruhigen, wenn sie zu Hunderten oder Tausenden in Gärten und Häuser eindringen.

All diese Arten mit auffälligen Gespinsten, Nestern und starkem Blattfrass erregen zwar unsere Aufmerksamkeit und sind für Kulturpflanzen mehr oder weniger schädlich. Aus gesundheitlicher Sicht sind sie jedoch harmlos.

Was sind Brennhaare und welche Funktion haben sie?
Brennhaare schützen die Raupen und spätere Entwicklungsstadien (Puppen, Schmetterling, Ei) vor Fressfeinden.

Sie sind winzig klein: 0.1 - 0.2 mm (Dies gilt nur für die Prozessionsspinner - beim Goldafter sind es die gut sichtbaren, goldbraunen Haare.)
Sie sind zahlreich: 600'000 pro Raupe
Sie bleiben haften: im Nest, an der Rinde, im Gras und im Laub, an den Kleidern
Sie brechen bei Beunruhigung der Raupen ab und behalten ihre Wirksamkeit über Jahre.


Wie kommen Sie mit den Haaren in Kontakt?
• Wenn Sie sich im näheren oder weiteren Umfeld der befallenen Sträucher oder Bäume aufhalten.
• Die Haare schweben in der Luft und können mit dem Wind bis zu 200 m verweht werden.
• Wenn Sie die Nester oder Raupen berühren.
• Wenn Sie Arbeiten ausführen, bei denen am Boden liegende Raupenhaare aufgewirbelt werden: Laub rechen, mähen, aufräumen nach Schnittarbeiten.
• Wenn Sie Rindenholz berühren oder verarbeiten, an dem sich vor Jahren ein Nest eines Eichenprozessionsspinners befunden hat. (Das Nest des Eichenprozessionsspinners befindet sich häufig am Stamm, während die Nester von Pinienprozessionsspinner und Goldafter in den peripheren Bereichen der Gehölze vorkommen).
• Die Brennhaare des Goldafters sind weniger wirksam, werden jedoch zum Schutz aller Entwicklungsstadien eingesetzt: die ebenfalls nur von den Raupen gebildeten Haare werden in den Puppenkokon eingewoben und das weibliche Tier streicht sie sich an den Hinterleib, von wo sie bei der Eiablage auf das Eigelege gelangen.

Symptome und Massnahmen bei Betroffenen
Hautreizungen (Raupenhaar-Dermatitis)
Bei Kontakt mit Goldafter-Brennhaaren kann der Körper mit starkem Juckreiz reagieren; allenfalls erst Stunden nach dem Kontakt, dann aber eventuell mehrere Tage lang. Hautrötungen treten im Falle des Goldafter-Kontaktes nur dezent auf. Der starke Juckreiz kann hingegen zu Schlaflosigkeit führen. Bei Kontakten mit den Brennhaaren des Eichen- oder Pinienprozessionsspinners können weitere Auswirkungen hinzukommen:

Rötungen, Schwellungen, Entzündungen der Haut
Entzündungen von Augenbindehaut und Augen
Rötung, Lichtscheu, Schwellung der Augenlider, Entzündungen im Auginneren (Extremfall)
Entzündungen der oberen Luftwege
Entzündungen im Rachen, Schwellung der Nasenschleimhaut, Bronchitis, asthmaartige Symptome, allergische Schockreaktionen (Extremfall)

Sofortmassnahmen bei betroffenen
Sofort duschen, Haare waschen (mit Seife spülen, nicht reiben!), Kleider wechseln
Nicht kratzen; kontaminierte Hautpartien evtl. mit Klebestreifen von den Haaren befreien.
Die kontaminierten Kleider luftdicht und separat lagern und bei mindestens 60°C waschen.
Die betroffenen Hautpartien können mit Antihistamingel (z.B. Fenistil) behandelt werden.
Bei sehr starkem Juckreiz oder anderen auffälligen Symptomen ist ein Arzt aufzusuchen, der auf den Kontakt mit Raupenhaaren hinzuweisen ist.


Quelle: Raupe
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Karl B. aus Liesing | 05.06.2017 | 09:52   Melden
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Julia Mang aus Horn | 05.06.2017 | 09:58   Melden
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Birgit Winkler aus Krems | 05.06.2017 | 10:40   Melden
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Julia Mang aus Horn | 05.06.2017 | 11:40   Melden
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Ferdinand Reindl aus Braunau | 05.06.2017 | 12:30   Melden
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Sabine Stanglechner-Stöfan aus Osttirol | 05.06.2017 | 12:50   Melden
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Julia Mang aus Horn | 05.06.2017 | 16:42   Melden
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